Zum wiederholten Male streikten am Freitag Ryanair-Mitarbeiter am Frankfurter Flughafen. Sie fordern faire Arbeitsbedingungen und bessere Gehälter. Unterstützung erhalten sie dabei von Politikern.
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Mit europaweiten Aktionen setzen sich die Beschäftigten von Ryanair für faire Arbeitsbedingungen und bessere Gehälter ein – so auch in Frankfurt. Deshalb ist am Freitag, den 28. September, auch der Frankfurter Flughafen abermals von einem Streik der Piloten und Flugbegleiter betroffen gewesen, bei der etwa die Hälfte der Starts und Landungen gestrichen werden mussten. Unterstützung bekamen die Streikenden von Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), der vor der Altstadt-Eröffnung am Flughafen vorbeischaute.
„International agierenden Unternehmen muss auch eine international organisierte Arbeitnehmerschaft gegenübertreten“, sagte Feldmann. „Der Konflikt um faire Arbeitsbedingungen ist wichtig. Lohndumping und das bewusste verhindern betrieblicher Mitbestimmung dürfen niemals ein erfolgreiches Geschäftsmodell werden, denn sie stehen in Gegensatz zu dem Fundament einer sozialen Ordnung, auf der unser Erfolg beruht.“ Es sei für ihn nicht hinnehmbar, wenn Ryanair wegen Streiks mit Stellenabbau droht. Der Oberbürgermeister suchte bei seinem Besuch auch das Gespräch mit Beschäftigten, „denn die Lebenswirklichkeit ist entscheidend und wenn der Lohn ein normales Leben in unserer Stadt nicht ermöglicht und bei Krankheit die Kündigung droht, dann sind das Zustände, die nicht hinnehmbar sind.“
Auch Janine Wissler (Linke) war bei dem Streik vor Ort. Die Politikerin unterstützt die Streiks, weil sie schon lange Patin für die ver.di-Tarifkommission bei Ryanair ist. „Ein Unternehmen wie Ryanair macht Milliardenprofit, aber schließt mit den Arbeitnehmern Tarifverträge ab und hält ihnen grundlegende Rechte vor“, begründet Wissler ihr Anliegen und kritisiert die einschüchternden Methoden wie Stellenabbau, mit denen Ryanair droht, um die Streiks zu verhindern. Es ginge der Politikerin um das Grundrecht auf Streik, was dem Personal von Ryanair durch den drohenden Stellenabbau nicht gewährt sei. Feldmann hat sich ebenfalls dazu bereiterklärt als Pate für die Tarifkommission zur Verfügung zu stehen: „Es geht darum deutlich zu machen, dass die Bildung von Betriebsräten und die Vereinbarung von Tarifverträgen das gute Recht der Beschäftigten ist. Dieses Recht gilt es zu schützen. Das ist die Aufgabe verantwortungsvoller Politik.“