Foto: Bundesfinanzminister a.D. Christian Lindner mit Ehefrau, Journalistin und Autorin Franca Lehfeldt © picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Frankfurter Satiremagazin

Wegen Baby-Cover: Christian Lindner verklagt Titanic

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Christian Lindner will gegen das Frankfurter Satiremagazin „Titanic“ klagen. Grund ist ein umstrittenes Cover, das sein ungeborenes Kind thematisiert. Das Magazin freut sich nach eigenen Angaben auf den Prozess.

Sina Claßen /

Der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will „Titanic“ verklagen. Das gab das Frankfurter Satiremagazin am Montag (31. März) in seinem Newsticker bekannt. Der „Frührenter“ und „selbsternannte Satirefreund“ setze seinen „juristischen Kleinkrieg“ fort, heißt es darin. Hintergrund ist die Januar-Ausgabe des Magazins, dessen Cover Lindner und seine Ehefrau Franca Lehfeldt zeigt. Zu sehen ist außerdem ein Ultraschallbild, in das ein Chart mit einem nach unten verlaufenden Liniendiagramm eingefügt wurde. Dazu titelte Titanic: „Baby-Glück im Eimer: Es wird ein Low Performer! Lindner stellt Eilantrag zur Abschaffung von §218.“

Über seinen Medienanwalt Christian Schertz hatte Lindner dem Satiremagazin bereits im Februar eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen. Erreichen wollte er damit, dass das Cover nicht mehr vertrieben wird. Es sei „menschenverachtend“ und enthalte die „grundlose und auch bezugslose falsche Unterstellung eines gewollten Abbruchs werdenden Lebens“. Titanic kam der Aufforderung nicht nach. Stattdessen machte das Satiremagazin auf Bluesky eine Abstimmung aus der Frage, wer Recht habe: Ein Jahresabo sei eine Stimme für Titanic, ein Geschenkabo hingegen eine Stimme für Lindner.

Titanic: „Klagen sind nur dornige Abowerbungen“

Unter dem Reiter „Lindner vs. Titanic“ findet sich auf der Internetseite des Magazins auch aktuell ein Aufruf, „endgültige Satire“ zu unterstützen. Darunter werden Print- und Digitalabos, Spenden sowie Merch beworben – und die Januar-Ausgabe. Titanic freue sich auf den Prozess, heißt es im Newsticker, denn „Klagen sind nur dornige Abowerbungen“. Mit den gewonnenen „Linder-Millionen“ wolle das Magazin die „satirische Bearbeitung“ des ehemaligen Finanzministers auf Jahrzehnte sicherstellen.

Dass Lindner als werdender Vater überhaupt noch Zeit fände, „Quatschmagazine“ zu lesen, verwundere die gesamte Titanic-Redaktion. Diese habe keine Zeit, „arbeitslosen Totalverweigerern“ das deutsche Rechtssystem zu erklären, und müsse sich wieder auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Genauso müsse sich auch Linder wieder auf seine Kernkompetenzen konzentrieren: „Volkswirtschaften ruinieren, Unternehmen pleitegehen lassen, Parteien unter die Fünf-Prozent-Hürde verschlanken.“ Nach dem Wahlverlust der FDP bei der Bundestagswahl hatte Lindner angekündigt, sich aus der aktiven Politik zurückzuziehen.

Sina Claßen
Sina Claßen
Studium der Publizistik und des Öffentlichen Rechts an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Oktober 2023 beim Journal Frankfurt.
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Foto: Bundesfinanzminister a.D. Christian Lindner mit Ehefrau, Journalistin und Autorin Franca Lehfeldt © picture alliance/dpa | Christoph Soeder

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