Der Grünen-Politiker Omid Nouripour erklärt in einem Lexikon Wörter wie Asylbewerberleistungsgesetz und Willkommenszentren. Genau, es geht um das große Thema Integration in Deutschland. Eine Auswahl.
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Der Frankfurter Grünen-Politiker Omid Nouripour ist für seine klaren Positionen bekannt - die auch manchmal quer zu Diskussionen in der Partei liegen. In seinem neuen Buch widmet er sich nun einer Bevölkerungsgruppe, der er auch selbst angehört: den Mimimis. Mimimis? Damit sind Mitbürger mit Migrationshintergrund gemeint - ein recht abwertender Begriff, aber einer von vielen sprachlichen Ungetümen, die in den vergangenen Jahren in die deutsche Sprache eingewandert sind. In seinem Lexikon erklärt Nouripour Wörter wie Familienzusammenführung, Nationaler Aktionsplan Integration, Asylbewerberleistungsgesetz, aber auch ganz harmlos klingende Wörter wie Schornsteinfeger, Moped und Königsteiner Schlüssel. Auch zu Persönlichkeiten der Integrationsdebatte wie dem Autor Henryk M. Broder äußert sich Nouripour. Kostprobe: "Er sieht zum Knuddeln aus, etwa wie eine Kreuzung zwischen einem gütigen Märchen-Opa und dem Hexenmeister Catweazle. Aber jeder, der schon mal etwas von Broder gelesen oder ihm im Radio oder im Fernsehen beim Polemisieren zugehört hat – das Argumentieren gehört nicht zu seinen Stärken – weiß, dass er ein äußerst laut und widerborstiger Broder ist."
So zieht er sich durchs Buch, der aufklärerische und aufrührerische Tonfall an der Grenze zur Ironie. Schlussendlich wissen wir: Eine Fiktionsbescheinigung ist KEIN ärztliches Attest über Halluzinationen.
>> Kleines Lexikon für Mimimis und Bio-Deutsche von Omid Nouripour, erschienen bei dtv, 200 Seiten, 14,90 Euro