Die Grünen-Wähler könnten bei der Stichwahl Gold wert sein. SPD und CDU mühen sich um ihre Stimmen. Die Parteispitze selbst gibt indes keine Wahlempfehlung ab. Ein Interview mit dem Kreisvorsitzenden Omid Nouripour.
Interview: Gerald Schäfer /
JOURNAL FRANKFURT: Herr Nouripour, der Parteivorstand der Grünen hat zuletzt vermeldet, die Grünen-Wähler wüssten genau, wie sie dazu beitragen, dass Grünen-Inhalte in Frankfurt weiterhin umgesetzt werden können. Ist das nicht eine indirekte Empfehlung zur Oberbürgermeisterwahl - und zwar für den Bündnispartner CDU? Omid Nouripour: Nein. Das ist reine Interpretation und etwas aus dem Kontext gerissen. Wir haben die Grünen-Themen ja auch zuvor benannt. Unter anderem sprechen wir uns auch gegen den Flughafenausbau aus. Das heißt aber nicht automatisch, dass wir von der Wahl Boris Rheins abraten.
Aber wäre es für die Grünen-Fraktion im Römer mit einem roten Oberbürgermeister nicht schwieriger überhaupt Themen durchzusetzen? Das mag sein, ist aber doch kein Muss. Ich sage es noch mal: Unabhängig davon, wer die Wahl gewinnt, haben wir unsere Linie klar gemacht und werden diese vertreten.
Der Parteivorstand spricht offiziell keine Empfehlungen aus, Olaf Cunitz, Sarah Sorge und Stefan Majer haben sich hingegen recht deutlich pro Rhein geäußert. Ist das kein Widerspruch? Nein, wieso? Wir sind eine plurale Partei und verbieten niemandem den Mund. Jeder hat eben eine eigene Meinung und kann diese auch kundtun. Ebenso wie Daniel Cohn-Bendit, der sich ja gegen Herrn Rhein positioniert hat. Aber die Partei als Ganzes spricht eben keine Wahlempfehlung aus.
Wie ist denn ihre persönliche Meinung? Meine persönliche Meinung ist, dass ich auf jeden Fall wählen werde. Es gibt drei Möglichkeiten: Boris Rhein, Peter Feldmann oder ungültig. Welche Option ich davon wahrnehme, entscheide ich erst in der Wahlkabine.