Foto: Menschen protestieren auf dem Frankfurter Römer gegen die Inhaftierung von Ekrem Imamoglu. © Bernd Kammerer
Demo auf Römerberg

Frankfurter fordern Freilassung von Istanbuler Bürgermeister

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Rund 1000 Menschen demonstrierten am 2. April auf dem Frankfurter Römerberg gegen die Verhaftung des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem Imamoglu. OB Mike Josef und andere Politiker zeigen Solidarität.

Lukas Mezler /

Update, 4. April: Rund 1000 Menschen versammelten sich am Mittwochabend auf dem Römerberg, um ein Zeichen gegen politische Repressionen in der Türkei zu setzen. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Verhaftung des Istanbuler Oberbürgermeisters Ekrem Imamoglu. Mit Transparenten, Reden und Sprechchören forderten die Protestierenden die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen in der Türkei und ein Ende der staatlichen Willkür.

Im Zentrum der Kritik stand die zunehmend autoritäre Politik von Präsident Erdogan. Die Demonstrierenden forderten die Rückkehr zur Rechtsstaatlichkeit, freie Wahlen und uneingeschränkte Pressefreiheit. Gleichzeitig appellierten sie an die Bundesregierung und die EU, sich stärker für demokratische Standards in der Türkei einzusetzen.

Breites Bündnis aus Parteien und Zivilgesellschaft

Zahlreiche Politiker unterstützten die Kundgebung. Zu den Rednern gehörten die Frankfurter Bundestagsabgeordnete Deborah Düring und Stadtverordnetenvorsteherin Hilime Arslaner (beide Grüne) sowie Frankfurts Oberbürgermeister Mike Josef (SPD). Josef erinnerte in seiner Rede an den Besuch seines Istanbuler Amtskollegen vor wenigen Wochen in Frankfurt. Schon damals habe die Stadt ihre Solidarität mit Imamoglu gezeigt, sagte er.

Getragen wurde die Veranstaltung von einem breiten Bündnis aus über 20 Organisationen. Neben den Frankfurter Verbänden von SPD, Grüne, Linke und Volt beteiligten sich auch lokale Ableger der türkischen Oppositionspartei CHP aus Frankfurt und Hessen – jener Partei, deren Mitglied Imamoglu ist und die ihn als Präsidentschaftskandidaten unterstützt. „Unsere Solidarität gilt allen, die sich für Demokratie, Freiheit und Rechtsstaatlichkeit einsetzen – egal ob in Istanbul oder Frankfurt“, hieß es aus dem Kreis der Organisatoren.

Solidarität mit inhaftiertem Istanbuler Bürgermeister

Erstmeldung, 1. April: Ein breites Bündnis aus Politik und Zivilgesellschaft ruft am 2. April zur Kundgebung unter dem Motto „Demokratie in der Türkei verteidigen!“ in Frankfurt auf. Nach der Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Ekrem Imamoglu versammeln sich die Demonstrierenden um 18.30 Uhr auf dem Römerberg. Sie wollen Solidarität mit den politisch Inhaftierten in der Türkei zeigen.

Arslaner bezeichnet Imamoglus Inhaftierung als „undemokratisch“ und verweist auf die große Betroffenheit innerhalb der türkischen Community in Frankfurt. Sie hoffe, dass sich das türkische Volk von den aktuellen Entwicklungen nicht beirren lasse.

Josef zeigte sich besorgt über die Entwicklungen: „Ekrem Imamoglu hat mich vor wenigen Wochen persönlich über die Gefahr informiert, die ihm droht. Nun ist aus dieser Gefahr Realität geworden. Ich mache mir große Sorgen um ihn und alle anderen Inhaftierten.“ Josef betont zudem, dass demokratische Werte und freiheitliche Regierungsformen weltweit unter Druck stünden.

Veranstalter in Frankfurt fordern sofortige Freilassung

Die Veranstalter der Kundgebung fordern von den türkischen Behörden, Ekrem Imamoglu und alle aus politischen Gründen Inhaftierten sofort freizulassen. Sie treten ein für Demokratische und faire Wahlen, die Rückkehr zu rechtsstaatlichen Prinzipien, Wahrung der Pressefreiheit in der Türkei sowie ein verstärktes Engagement von Bundesregierung und EU für die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei.

Die Organisatoren betonen, dass sich die Ereignisse in der Türkei auch auf Deutschland auswirkten. Viele Menschen mit türkischen Wurzeln lebten in Deutschland und verfolgten die Entwicklungen mit großer Aufmerksamkeit. Ziel der Demonstration sei es, ein klares Zeichen für demokratische Grundwerte zu setzen.

Info
Demokratie in der Türkei verteidigen!
Demonstration auf dem Römerberg
Mittwoch, 2. April, 18.30 Uhr

Lukas Mezler
Lukas Mezler
Jahrgang 1997, Studium der Sozial- und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität Frankfurt, EHESS in Paris. Seit Oktober 2024 beim JOURNAL FRANKFURT.
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