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Kein Rudelkucken
Schauen wir zur EM in die Röhre?
Die Stadt will sparen, ausgerechnet am Public Viewing. Wenn im Sommer die Nationalmannschaft bei der Fußball-EM antritt, wird Frankfurt daheim vor der Mattscheibe sitzen. Doch es regt sich Widerstand.
Eines ist sicher: Es wird ein Supersommer und spätestens vom 8. Juni bis zum 1. Juli steht fest, dass alle Fußballbegeisterten nur eines im Sinn haben: Fußball kucken. Die in Polen und der Ukraine ausgetragene Europameisterschaft begeistert mit Sicherheit die Massen, davon aber wird sich in Frankfurt wenig bemerkbar machen. Denn eine Public Viewing Area am Rossmarkt oder gar eine Fanmeile am Main, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen, ist der Stadt schlichtweg zu teuer. Was bei der Europameisterschaft 2008 und bei der Weltmeisterschaft 2010 kein Thema war, soll jetzt den Sparmaßnahmen zum Opfer fallen.
Die Fans werden also in der Stammkneipe oder im heimischen Wohnzimmer mitverfolgen müssen, wie sich die Deutsche Nationalelf in der Gruppe B gegen die Niederlande, Dänemark und Portugal behauptet, dabei hatte Frankfurt sich gerade auch im Hinblick auf das Turnfest und die Frauen-WM das Image als sportbegeisterte Stadt aufgebaut. Allein bei den Spielen der deutschen Elf waren bei der Fußball-WM 2010 jeweils rund 15 000 Zuschauer am Rathenauplatz zugegen, allerdings – so muss man der Fairness halber sagen – waren es bei weniger „attraktiven“ Begegnungen auch deutlich weniger Fans. Neben der Leinwand und dem technischen Equipment bedeutet Public Viewing auch einen organisatorischen Aufwand, denn für die Sicherheit muss auch gesorgt werden. Rund 400.000 Euro hat die Stadt bei jedem Turnier für das Public Viewing beisteuern müssen – trotz aller Sponsoren. „Auf 900.000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten für eine derartige Public-Viewing-Veranstaltung, einen Teil übernahmen immer die Sponsoren“, gibt Sport- und Wirtschaftsdezernent Markus Frank zu bedenken. „In wenigen Wochen will die Haushaltskommission vortragen, wie viel Geld die Stadt einsparen soll“, sagt Markus Frank, der sich an den Einsparungen auch in seinem Ressort beteiligen will. „Wir haben die Planung für ein Public Viewing bis zum Ergebnis der Haushaltskommission erstmal auf Eis gelegt. Hier sehe ich am ehesten Einsparmöglichkeiten, ich will nicht bei ehrenamtlich betriebenen Sportvereinen kürzen oder bei sinnvollen Projekten wie ‚Schulkids in Bewegung‘ einsparen müssen.“
„Indem Markus Frank das Public Viewing als erste Einsparmöglichkeit im Etat vorsieht, verkennt er die wichtige Bedeutung dieses Ereignisses und spart an der falschen Stelle“, teilen indes die Frankfurter Jungen Liberalen mit und fordern, dass die Stadt wieder ein öffentliches Spielekucken ermöglicht, gleichwohl begrüße man die Sparbemühungen im Allgemeinen. Ihr Vorsitzender Tobias Fila erklärt dazu: „Es wäre schade, wenn den Menschen in Frankfurt ein derartiges Ereignis genommen würde und sie die Spiele der Nationalmannschaft nicht mehr gemeinsam erleben könnten, sondern sie stattdessen alleine zuhause oder allenfalls in Gaststätten ansehen müssten. „Man sollte das verbindende Element des gemeinsamen Mitfieberns, Feierns und gegebenenfalls auch Traurigseins nicht unterschätzen.“ Dabei erwarte man kein großes Spektakel mit Feuerwerk und dergleichen. „Das Aufstellen von Leinwänden, etwa an der Konstablerwache und auf dem Rathenauplatz, sollte aber gleichwohl möglich sein", sagt Herr Fila.
„Ich bin ein großer Fan vom Public Viewing und ich freue mich schon auf die Europameisterschaft“, entgegnet Markus Frank. „Es ist als Sportdezernent auch nicht schön, derartige Kürzungen vornehmen zu müssen. Aber man kann ja für einen kreativen Ersatz sorgen. Viele Kneipen in der Innenstadt freuen sich, wenn die Leute bei ihnen die Spiele kucken. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele kleinere Veranstaltungen ebenso eine tolle Atmosphäre verbreiten. Es muss ja nicht immer eine Megaveranstaltung sein, auch die kleinen Events haben Charme.“ Falls sich unerwartet zusätzliche Sponsoren melden und sich der städtische Anteil der Kosten damit sinken sollte, will der Dezernent aber nochmal über Public Viewing nachdenken.
Die Fans werden also in der Stammkneipe oder im heimischen Wohnzimmer mitverfolgen müssen, wie sich die Deutsche Nationalelf in der Gruppe B gegen die Niederlande, Dänemark und Portugal behauptet, dabei hatte Frankfurt sich gerade auch im Hinblick auf das Turnfest und die Frauen-WM das Image als sportbegeisterte Stadt aufgebaut. Allein bei den Spielen der deutschen Elf waren bei der Fußball-WM 2010 jeweils rund 15 000 Zuschauer am Rathenauplatz zugegen, allerdings – so muss man der Fairness halber sagen – waren es bei weniger „attraktiven“ Begegnungen auch deutlich weniger Fans. Neben der Leinwand und dem technischen Equipment bedeutet Public Viewing auch einen organisatorischen Aufwand, denn für die Sicherheit muss auch gesorgt werden. Rund 400.000 Euro hat die Stadt bei jedem Turnier für das Public Viewing beisteuern müssen – trotz aller Sponsoren. „Auf 900.000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten für eine derartige Public-Viewing-Veranstaltung, einen Teil übernahmen immer die Sponsoren“, gibt Sport- und Wirtschaftsdezernent Markus Frank zu bedenken. „In wenigen Wochen will die Haushaltskommission vortragen, wie viel Geld die Stadt einsparen soll“, sagt Markus Frank, der sich an den Einsparungen auch in seinem Ressort beteiligen will. „Wir haben die Planung für ein Public Viewing bis zum Ergebnis der Haushaltskommission erstmal auf Eis gelegt. Hier sehe ich am ehesten Einsparmöglichkeiten, ich will nicht bei ehrenamtlich betriebenen Sportvereinen kürzen oder bei sinnvollen Projekten wie ‚Schulkids in Bewegung‘ einsparen müssen.“
„Indem Markus Frank das Public Viewing als erste Einsparmöglichkeit im Etat vorsieht, verkennt er die wichtige Bedeutung dieses Ereignisses und spart an der falschen Stelle“, teilen indes die Frankfurter Jungen Liberalen mit und fordern, dass die Stadt wieder ein öffentliches Spielekucken ermöglicht, gleichwohl begrüße man die Sparbemühungen im Allgemeinen. Ihr Vorsitzender Tobias Fila erklärt dazu: „Es wäre schade, wenn den Menschen in Frankfurt ein derartiges Ereignis genommen würde und sie die Spiele der Nationalmannschaft nicht mehr gemeinsam erleben könnten, sondern sie stattdessen alleine zuhause oder allenfalls in Gaststätten ansehen müssten. „Man sollte das verbindende Element des gemeinsamen Mitfieberns, Feierns und gegebenenfalls auch Traurigseins nicht unterschätzen.“ Dabei erwarte man kein großes Spektakel mit Feuerwerk und dergleichen. „Das Aufstellen von Leinwänden, etwa an der Konstablerwache und auf dem Rathenauplatz, sollte aber gleichwohl möglich sein", sagt Herr Fila.
„Ich bin ein großer Fan vom Public Viewing und ich freue mich schon auf die Europameisterschaft“, entgegnet Markus Frank. „Es ist als Sportdezernent auch nicht schön, derartige Kürzungen vornehmen zu müssen. Aber man kann ja für einen kreativen Ersatz sorgen. Viele Kneipen in der Innenstadt freuen sich, wenn die Leute bei ihnen die Spiele kucken. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass viele kleinere Veranstaltungen ebenso eine tolle Atmosphäre verbreiten. Es muss ja nicht immer eine Megaveranstaltung sein, auch die kleinen Events haben Charme.“ Falls sich unerwartet zusätzliche Sponsoren melden und sich der städtische Anteil der Kosten damit sinken sollte, will der Dezernent aber nochmal über Public Viewing nachdenken.
26. Januar 2012, 12.08 Uhr
Nicole Brevoord
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