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Mainfähre Höchst

Die letzte ihrer Art

Die „Walter Kolb“ ist die einzige Fähre im Frankfurter Stadtgebiet. Sie verkehrt ganzjährig zwischen den Stadtteilen Höchst und Schwanheim. Eine lange Tradition hat die Mainfähre auch. Der Fährbetrieb lässt sich bis in das Jahr 1623 zurückverfolgen.
„Wer einen Fluss überquert, muss die eine Seite verlassen.“ Weise Worte von einem weisen Mann. Sie stammen von Mahatma Gandhi, dem berühmten indischen Widerstandskämpfer. Dieses sehr treffende Zitat ziert die Außenseite des Führerhauses der Fähre „Walter Kolb“. Sicherlich lässt sich einiges in diese Worte hinein interpretieren, doch Sven Junghans, der Pächter der letzten verbliebenen Personen- und Radfahrerfähre Frankfurts, findet sie einfach nur passend. Schließlich kennt er sich mit dem Verlassen von Seiten bestens aus. Sechs Tage die Woche fährt er, beziehungsweise sein Kollege Fritz Flohr, von einem Ufer zum anderen. Genauer gesagt von Höchst nach Schwanheim und wieder zurück.

Knapp fünf Minuten dauert die Überfahrt. Erwachsene und Kinder ab elf Jahre zahlen jeweils einen Euro. Am besten läuft das Geschäft in den Sommermonaten, da die Frankfurter und Touristen dann bevorzugt das Naturschutzgebiet „Schwanheimer Düne“ ansteuern. Feste Zeiten zur Überquerung gibt es keine. „Gefahren wird, wenn Bedarf ist. Heißt konkret: Wann immer Personen mitfahren wollen, setzt die Fähre über“, sagt Fritz Flohr, der gelegentlich auf der „Walter Kolb“ aushilft. Er ist bereits 72 Jahre alt und Rentner. Doch die Schifffahrt lässt ihn nicht los. Wann immer Junghans eine Vertretung braucht, ist Fritz Flohr zur Stelle. „Weil es einfach Spaß macht“, sagt er lachend. Mit an Bord nimmt er meist seine Mischlingshündin Chica.

Woher die Begeisterung für Wasser und Schiffe kommt? Beide Männer sind quasi auf Schiffen groß geworden. Flohr arbeitet bereits seit seinem 14. Lebensjahr an Bord. Er ist gelernter Wasserbauer und war einige Jahre beim Wasser- und Schifffahrtsamt im Bereich der Sicherheit tätig. Auch Junghans beruflicher Werdegang wurde durch seine Kindheit geprägt. Er stammt aus der siebten Generation einer Schifferfamilie. Seit dem 1.Juli ist er nun der neue Pächter der 24. Jahre alten „Walter Kolb“.

„Von Unfällen sind wir zum Glück verschont geblieben“, erzählt Flohr. Dabei sei dies durchaus möglich, „vor allem bei dem starken Wind, der diese Woche herrscht“, fügt er nachdenklich hinzu. So lange keine ernsthafte Gefahr bestehe, setze die Fähre jedoch ganzjährig über. Lediglich von 20. Dezember bis 18. Januar ist sie nicht in Betrieb, da sie dann zur Inspektion muss. Das 18,50 Meter lange und 4,50 Meter breite Schiff muss eben wie ein Auto in Stand gehalten werden, gibt Junghans zu bedenken. Außer Mittwochs ist er täglich im Einsatz, um die Passagiere von einem Stadtteil zum nächsten zu befördern. Unabhängig davon, kann die „Walter Kolb“ abends auch gemietet werden. Ganz gemütlich lässt es sich dann über den Main schippern. Verpflegen kann man sich währenddessen selbst oder man beauftragt einen Caterer.

2023 feiert die Fährverbindung 400-jähriges Bestehen. Ob es die Fähre bis dahin schafft? Sven Junghans ist sich jedenfalls sicher: „Wenn ich es bis dahin packe, packt´s die 'Walter Kolb' erst recht!“

>> Für weitere Infos oder zum Mieten der Fähre: Telefon: 069 303486 oder 0178 2880908, mainfaehre-frankfurt@t-online.de, Öffnungszeiten: Mo-Sa: 9-18 Uhr, Sonn- und Feiertage: 10-19 Uhr
 
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31. Juli 2015, 11.27 Uhr
Mona Förder
 
 
 
 
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