Rudolf Steinberg, Präsident der Goethe-Universität, tritt zum Jahresende von seinem Amt zurück. Pünktlich zu seinem fünfundsechzigsten Geburtstag verkündete der Jurist seine Entscheidung, den Chefposten der Frankfurter Hochschule zum 31.Dezember 2008 zu räumen. Mit 8,5 Jahren Amtszeit ist Steinberg dann der bislang am längsten amtierende Präsident der Goethe-Uni.
Die Umwandlung der Lehrstätte in eine Stiftungsuniversität sei eins der „Highlights“ seiner Amtszeit gewesen, erklärt Steinberg und gibt sich allgemein zufrieden mit den Entwicklungen, die "seine“ Universität in den letzten Jahren durchlaufen habe. Seine Entscheidung habe auch nichts mit den veränderten Machtverhältnissen im Hessischen Landtag zu tun, wie mehrfach vermutet wurde. Vielmehr hatte Steinberg seinen vorzeitigen Rücktritt schon zu Beginn der zweiten Amtsperiode in Aussicht gestellt. Zu Spekulationen über mögliche Nachfolgekandidaten lässt er sich nicht hinreißen, hofft aber, dass der oder die neue Amtsinhaber/in an dem von ihm eingeschlagenen Kurs festhält.
Oberbürgermeisterin Petra Roth, die auch Vorsitzende des Stiftungskuratoriums der Uni ist, lobte Steinberg: "Wenn jemand seinen Ruhestand wahrhaft verdient hat und auf ein großartiges Lebenswerk zurückblicken kann, dann Rudolf Steinberg. Unser Universitätspräsident – und ich sage als Oberbürgermeisterin der Stadt bewusst 'unser' – hat in seiner Amtszeit wirklich Atemberaubendes für den Hochschulstandort Frankfurt geleistet."
Von geruhsamen Rentnerleben will der Noch-Präsident allerdings nichts wissen: Auch im Ruhestand wird er sich für die Belange der Uni einsetzen und sich stärker der wissenschaftlichen Arbeit widmen.