Frankfurt ist so vielseitig wie die Kochkünste der hier lebenden Menschen aus über 170 Nationen. Jetzt haben siebenhundert Kinder und Jugendliche gemeinsam unter der Federführung des Amts für multikulturelle Angelegenheiten und des Stadtjugendrings ein "Frankfurter Kochbuch der Kulturen“ herausgebracht. Das 160 Seiten starke Werk ist nun rechtzeitig vor Weihnachten im Frankfurter Skyline Medien Verlag erschienen und zum Preis von 16,80 Euro in allen Frankfurter Buchhandlungen erhältlich. Die Idee zu dem Buch ist während der Vorbereitung zur „Parade der Kulturen“ entstanden. Jugendgruppen und Schulklassen konnten sich ein Land aussuchen, über das sie mehr erfahren möchten. Der Stadtjugendring vermittelte Kontakte zu den entsprechenden Migrantenvereinen, welche die Kinder und Jugendlichen über ihr Land, ihre Kultur und ihre Bräuche informierten. Das war Erdkundeunterricht aus erster Hand, aber auch Unterricht in Sozialkunde, Geschichte, Ethik und in vielen anderen Fächern. Danach wurde gemeinsam ein typisches Gericht gekocht, fotografiert und das Rezept dafür aufgeschrieben. Von Afghanistan bis Thailand, von türkischer und litauischer Küche bis zu indischem, spanischem und amerikanischem Essen vereint das „Frankfurter Kochbuch der Kulturen“ 73 Rezepte aus 34 Ländern und vier Kontinenten, die zum Nachkochen einladen. Es sind so exotische Gerichte darunter wie „Domoda“, Fleisch in Erdnusssauce aus Gambia, aber auch etablierte internationale Klassiker wie die griechische Joghurtspezialität „Tzatziki“ oder indisches Curry-Huhn. Ein echter Frankfurter muss sich keine Sorgen darüber machen, wo er ungewöhnliche Zutaten wie Kochbananen, Maniokwurzel, Stockfisch oder Kichererbsen findet: Entweder in der Kleinmarkthalle oder in einem der zahlreichen Spezialitätenläden der Stadt, die von Migranten betrieben werden. Für einige Schüler hat das gemeinsame Kochen auch ganz praktische Lebenserfahrung mit sich gebracht. "Da waren welche dabei, die hatten noch nie eine Zwiebel geschält", berichtet Jugendring-Referent Turgut Yüksel. Das Projekt habe auch dazu gedient, die Schüler für gesundes Essen zu sensibilisieren. Noch wichtiger als das Buch selbst sei "der Prozess, der stattgefunden hat", sagt Helga Nagel, Leiterin des Amts für multikulturelle Angelegenheiten. Auf diese Weise sei ein "produktives Netzwerk" entstanden. Roland Sautner vom Jugendbildungswerk sieht das Projekt noch nicht beendet: "Die Lehrer sollten weitermachen."pia, Foto: pixelio.de