Stage Entertainment feiert mit ‚Aladdin’ in Hamburg und ‚Tarzan’ in Oberhausen Erfolge und sucht nun in Frankfurt nach einem Standort für ein weiteres Musicaltheater. Im Gespräch ist dafür auch Gateway Gardens.
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Mit Musicals kennt sich Stage Entertainment aus. Das Unternehmen, das unter anderem „König der Löwen“ und „Mary Poppins“ in seinen eigenen Spielstätten und diverse Shows auf Tour präsentiert, unterhält elf Musical-Theater und sucht nach einem weiteren Standort in Frankfurt. „Innerstädtische Grundstücke oder geeignete Bestandsgebäude sind in Frankfurt kaum vorhanden oder für uns nicht finanzierbar. Daher weiten wir unsere Suche aktuell in Richtung städtischer Randlagen oder Freiflächen aus, solange sie gut erreichbar sind“, so Stephan Jaekel, Sprecher von Stage Entertainment. Angeblich ist Stage Entertainment mit seinem Expansionswunsch schon an die Stadt herangetreten und hat unter anderem einen Standort im neuentwickelten Stadtteil Gateway Gardens, also in unmittelbarer Nähe zum Flughafen und zum Fernbahnhof sowie künftig mit eigener S-Bahn-Station, angeboten bekommen. „Die Gateway Gardens sind durchaus in Betracht zu ziehen, aber wir haben noch nichts entschieden und stehen auch unter keiner konkreten zeitlichen Vorgabe“, so Jaekel. „Wir wären weiteren Vorschlägen gegenüber aufgeschlossen und haben noch keinerlei konkrete Präferenz bei den bisher besichtigten Arealen und Gebäuden. In einer idealen Welt möchten wir gerne so zentral wie möglich sein, da wir Theater als lebendigen Bestandteil urbanen Lebens sehen und unseren Besuchern sehr gern eine durch Restaurants, Geschäfte oder andere kulturelle Einrichtungen geprägte Nachbarschaft böten.“ Das benötigte Areal soll dem Vernehmen nach 6500 Quadratmeter groß sein und Platz bieten für einen 26 Meter hohen Bühnenturm und 1800 Zuschauer.
Die Idee eines Musicaltheaters in Frankfurt und Umgebung ist nicht ganz neu. Zwischen 1995 und 1998 lief im1993 errichteten Rhein-Main-Theater in Niedernhausen etwa das Andrew Lloyd Webber-Musical „Sunset Boulevard“ mit Uwe Kröger und Helen Schneider beziehungsweise Daniela Ziegler in den Hauptrollen. Doch längst gilt das Bühnenhaus in Niedernhausen vielen Veranstaltern und Besuchern als zu weit ab vom Schuss. Ideen, direkt in Frankfurt, auf dem Areal des ehemaligen Güterbahnhofs ein Musicaltheater zu errichten, gab es auch einmal, als man noch den Bau eines Urban Entertainment Centers plante. Geblieben ist das Einkaufscenter Skyline Plaza.
Auf eine positive Resonanz stößt das angebliche Ansinnen von Stage Entertainment bei der IHK Frankfurt. „Ein solches Großevent wie ein Musical-Theater hat in Frankfurt noch gefehlt. Die Besucherzahlen in Hamburg sprechen Bände: Innerhalb von 15 Jahren haben nach Angaben von Stage Entertainment beispielsweise über elf Millionen Besucher ‚König der Löwen‘ gesehen. Ein Musical-Theater ist ein Anziehungspunkt für Freizeittouristen und ein weicher Standortfaktor, der Frankfurt im Wettbewerb mit anderen Regionen noch weiter nach vorne bringt“, sagt Alexander Theiss, Geschäftsführer der Standortpolitik der Industrie- und Handelskammer. „Ein Musical würde zudem den gemeinsamen Ansatz der IHK Frankfurt am Main, dem Hotel- und Gastronomieverband DEHOGA und der Tourismus- und Congress GmbH, das Wochenendgeschäft zu stärken, sehr unterstützen und die Auslastung der Hotels am Wochenende erhöhen.“