Die Stadt Frankfurt will die Rennbahn möglichst rasch räumen – obwohl der Rennklub angekündigt hat, in Revision zu gehen. Möglich sein soll das, in dem die Stadt 350.000 Euro bei Gericht hinterlegt.
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Am vergangenen Donnerstag sah es nach einem Etappensieg für die Stadt aus. Das Oberlandesgericht Frankfurt hatte entschieden, dass die Stadt das Rennbahngelände räumen darf – zugleich aber auch dem Rennklub den Weg einer Revision vor dem Bundesgerichtshof eröffnet. Auch von sittenwidrigen Verträgen zwischen der Stadt und der Hippodrom Gesellschaft war die Rede. Noch im Gerichtssaal kündigte der Vertreter des Rennklubs, Carl-Philip Graf zu Solms-Wildenfels, denn auch an, rasch Revision einlegen zu wollen. Dafür wurden insgesamt 350.000 Euro hinterlegt. Denselben Geldbetrag will nun auch die Stadt an diesem Montag dem Gericht zuleiten. Sobald er dort angekommen ist, sollen die Anwälte des Rennklubs zur Übergabe des Geländes aufgefordert werden. Das Geld wird hinterlegt für den Fall, dass der Bundesgerichtshof doch noch zugunsten des Rennklubs entscheiden sollte – die ihm gehörenden Gebäude dann aber bereits abgerissen sind.
Die Stadt Frankfurt hat für das Gelände einen Erbbaurechtsvertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) geschlossen, der dort ein Leistungszentrum errichten will. Auf einem Teil des Geländes soll ein öffentlicher Park entstehen. Der Rennklub hatte nach einem verlorenen Bürgerentscheid sein Heil in etlichen Gerichtsverfahren gesucht, die die Übergabe des städtischen Geländes an den Fußballbund bis heute verzögerten. Zugleich ist das Projekt des Leistungszentrums innerhalb des DFB nicht unumstritten – insbesondere aufgrund der Kosten, die schon vor Baubeginn kräftig nach oben korrigiert wurden, auf bis dato 140 Millionen Euro. Im kommenden Jahr will der DFB endgültig über die Investition entscheiden.