Die Verlesung der S&K-Anklageschrift verläuft weiterhin zäh, eine Tortur für alle Zuhörer und für die Staatsanwaltschaft, die für die fehlende Intonation kritisiert wird. Inhaltlich ging es am Dienstag unter anderem um Luxusautos.
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Das Gedränge im Gang vor dem Gerichtssaal 1 war am Dienstagmittag groß. Doch die Anwälte im S&K-Prozess mussten warten, denn im Saal verlas ein Richter gerade die Urteilsbegründung im CargoCitySüd-Prozess. Bis zum Urteil im großen Betrugsskandal rund um das Unternehmen S&K dauert es noch unendlich lange. Zunächst muss die Staatsanwaltschaft die Anklageschrift verlesen. Das Werk ist 1700 Seiten lang, rund 500 Seiten sind nur Tabellen und können ausgelassen werden, der Rest aber ist auch keine Spannungslektüre. Ein Verteidiger des Hauptangeklagten Stephan S. muckte am Dienstag gleich auf, die monströse Anklageschrift sei nicht eben wertfrei und habe wenig informativen Charakter, zudem werde ohne Ton und Hebung in der Stimme vorgetragen, Hauptsache, man käme so schnell wie möglich durch.
Nun ja, als Zuhörer möchte man gerne die Fastforwardtaste drücken. Angefangen wurde am Dienstag bei Seite 881. Das lässt an sich hoffen, doch es folgte eine unglaublich einschläfernde Liste von Darlehen und Geldtransfers vom zweiten S&K-Fonds auf die Konten der der beiden Unternehmensgründer Stephan S. und Jonas K., die Anleger systematisch um 240 Millionen Euro betrogen haben sollen und vermeintlich investiertes Geld für die Aufrechterhaltung ihres äußerst ausgefallenen Lebensstils verwendeten. Dies will die Staatsanwaltschaft mittels Kontobewegungen belegen.
So kam am Dienstag zutage, dass die beiden Unternehmer zwischen den Jahren 2010 und 2013 insgesamt mehr als 965 858 Euro allein für Leasingwagen ausgegeben haben müssen. Mit dabei ein Audi für die Freundin von Jonas K., einen Ferrari für den Mitangeklagten Marc S., zwei Lamborghini, einen Porsche Cayenne, einen Bentley, einen Audi A6, einen Aston Martin für Stephans S, der alleine auf 201.727 Euro Kosten kam, einen Audi A8, einen BMW für die Freundin von Stephan S. und einen BMW für den Vater von Jonas K. Abgefahren! Denn dieser ganze Fuhrpark soll mit dem Geld der Anleger finanziert worden sein, die selbst letztlich wohl n die Röhre guckten.
Nach zwei Stunden Spannungslektüre haben wir uns aus dem Gerichtssaal verabschiedet, wir wissen ja: Fortsetzung folgt.