Nachwuchs im Frankfurter Zoo

Die Löwen sind los

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Hoher Niedlichkeitsfaktor im Frankfurter Zoo: Die drei Löwenbabys zeigen sich sechs Wochen nach ihrer Geburt erstmals der Öffentlichkeit. Wenige Minuten reichen, um die Herzen der Besucher zu erobern.

Nicole Nadine Seliger /

Ganz vorsichtig tapsen die drei jungen Asiatischen Löwen durch das Innengehege, spielen kurz mit einem Seil und schauen die Besucher mit ihren großen Augen an. Sechs Wochen nach ihrer Geburt erkundete der Nachwuchs auf Samtpfoten am Mittwoch erstmals die Innenanlage im Frankfurter Zoo. Immer mit dabei ist Mutter Zarina. Die 6 Jahre alte Löwin ist stets in der Nähe ihrer Kleinen und lässt ihren Nachwuchs nicht aus den Augen. „Sie ist sehr protektiv und kümmert sich toll“, sagte Zoodirektor Miguel Casares. Nach wenigen Minuten hatte Zarina dann erstmal genug vom Rummel hinter der Glasscheibe, fauchte die wartenden Besucher an und zog sich mit ihren Kindern in de abgeschiedene Wurfbox zurück.

"Sie ist die perfekte Mutter"
Dort brachte sie am 14. April ihren ersten Nachwuchs auf die Welt, übrigens auch der erste Löwennachwuchs in Frankfurt seit 14 Jahren. Auch die Pfleger haben die Tiere in den ersten Wochen nur über die Kameras beobachten können, die das Geschehen aus der Box übertragen. Erst vor ein paar Tagen hat Zarina dann zum ersten Mal mit ihren Jungtieren die Wurfbox verlassen. Die Kleinen haben sich gut entwickelt, fangen an, zu spielen und Fleisch zu essen, heißt es. „Alles läuft seitdem prima“, erzählte Casares.



© Stadt Frankfurt/ Bernd Kammerer

Katzendschungel für Besucher geöffnet
Deshalb ist der Katzendschungel wieder geöffnet, Zoobesucher können nun einen Blick auf den putzigen Nachwuchs werfen- Für die nächste Zeit seien aber noch Absperrungen aufgestellt, erzählte Revierleiterin Anni Fuchs. Besucher sollen so davon abgehalten werden, gegen die Scheibe zu klopfen und so die Tiere zu stören, die viel Ruhe benötigen. „Das ist wie bei Hundewelpen“, erzählte Fuchs, „Wach- und Schlafphasen wechseln sich bei den Jungtieren ab.“

Namen haben die drei Jungtiere noch nicht, denn die Pfleger wissen noch gar nicht, ob es sich um Männchen oder Weibchen handelt. „Wir glauben, dass mindestens zwei Jungs dabei sind“, sagte Fuchs. Gewissheit bekommen die Pfleger aber erst in zwei Wochen, wenn sie die kleinen Löwen erstmals von ihrer Mutter trennen, um sie zu untersuchen, später auch zu impfen.

Kumar noch von der Familie getrennt
Nur einer konnte noch nicht am Glück der kleinen Familie teilhaben: Löwe Kumar, der Vater der Jungtiere. Das stattliche 12 Jahre alte Raubtier durfte seinen Nachwuchs bisher nur durch die Scheibe und Sichtgitter eines angrenzenden Geheges sehen. Eine Vorsichtsmaßnahme, weil niemand weiß, wie Löwin Zarina auf ein Zusammentreffen reagieren würde. „Löwen-Mütter sind sehr protektiv und zeigen sich zu Beginn häufig aggressiv auch gegenüber den Vätern ihrer Jungtiere“, erklärt Casares: „Erst wenn sie durch ihr Verhalten deutlich macht, dass sie Kumar in der Nähe der Kleinen duldet, werden wir die Tiere zusammen lassen.“

Zoo hofft auf weitere Löwenbabys
Für die Zukunft hofft Casares auf weiteren Nachwuchs von Zarina und Kumar. Der könnte dann auch in der umgebauten und erweiterten Außenanlage herumtollen, die in den nächsten Jahren entstehen soll. Das putzige Trio von heute wird bis dahin vermutlich den Zoo verlassen, um im Europäischen Zuchtprogramm auch in anderen Tierparks den Fortbestand der gefährdeten Asiatische Löwen zu sichern.


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