Zoo Frankfurt: Wenig Platz für viele Tiere

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Nils Bremer /

Besonders glücklich sahen die Tiere in manchem Gehege des Frankfurter Zoos ja noch nie aus. Aber dass es ihnen auf Grund von schlechter Organisation und eklatanten Fehlern in der Tierhaltung äußerst schlecht ging, das hätte man nun nicht vermutet. Der einstige Kulturdezernent Hans-Bernhard Nordhoff, für den Zoo von Amts wegen zuständig, wurde nun von seinem Nachfolger Felix Semmelroth zwar diplomatisch, jedoch eindeutig gerügt: "Es ist sicher so, dass die Kontrollmechanismen des Dezernats nicht hinreichend funktioniert haben", so Semmelroth diese Woche im Römer. Bereits vor sieben Jahren habe ein Gutachten dem Zoo ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, geschehen sei daraufhin jedoch nichts.

Gegipfelt war der Streit Anfang März als der Zoo-Direktor vorzeitig aus seinem Amt schied, um sich nur noch um den Aufbau eines Affenhauses zu kümmern - aus persönlichen Gründen, wie es damals hieß. Laut Semmelroth habe man aber dem Direktor verboten, das Gelände des Zoos wieder zu betreten. Eine Kündigung sei aber nicht in Frage gekommen, um einem langen Rechtsweg zu vermeiden und Imageschaden vom Zoo abzuwenden. Den hat der Tierpark nun jedoch so oder so. Insbesondere die Flusspferde, die Totenkopf-Äffchen und die Strauße hätten viel zu wenig Platz, auch auf der Veterinärstation seien die Verhältnisse bei weitem nicht so, wie vorgeschrieben. Christian Schmidt bleibt nun suspendiert, bekommt aber noch bis nächstes Jahr sein altes Gehalt. Bis zum kommenden Jahr, in dem der Zoo sein 150-jähriges Bestehen feiert, wollen Schmidts Nachfolger und Dezernent Semmelroth den Zoo wieder auf Vordermann bringen. Auf der Internetseite des Zoos prangt schon ein Pelikan, der verkündet: "Wir putzen uns heraus." Nach den jüngsten Enthüllungen der Zustände im Tierpark dürfte es damit allein jedoch nicht getan sein.


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