Wahlanalyse: Frankfurt am Tag danach

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red /

Nur wenige Stunden nach Bekanntgabe des vorläufigen Ergebnisses der Landtagswahlen in Hessen, legte das Bürgeramt, Statistik und Wahlen heute morgen eine erste Analyse zur Stimmabgabe im Frankfurter Stadtgebiet vor. Insgesamt waren gestern 4.500 ehrenamtliche Helfer in den Wahllokalen im Einsatz, um die 245.000 abgegebenen Stimmzettel auszuwerten. Insgesamt waren 392.000 Frankfurter wahlberechtigt. Die Wahlbeteiligung lag damit bei 62,6 Prozent. Das sind 1,5 Punkte mehr als bei den Landtagswahlen 2003 aber 1,7 Prozent weniger als der hessenweite Durchschnitt. Stadtrat Boris Rhein (CDU), der die Ergebnisse vorstellte, sah vor allem SPD und Linke als Nutznießer der hohen Wählermobilisierung. Auch die FDP habe in Frankfurt überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen.

Wechselwähler hessenweit
Nach einer Umfrage von Infratest dimap konnte die SPD bei den Landesstimmen hessenweit nicht nur ihre eigenen Anhänger zur Urne bewegen, sondern auch viele Wechselwähler binden. Demnach gewann sie 92.000 Stimmen von der CDU, 66.000 von den Grünen und 65.000 von Bürgern, die bei der letzten Landtagswahl keinen Gebrauch von ihrem Wahlrecht gemacht hatten. Dafür verlor sie aber auch 32.000 Stimmen an die Linke, die von allen Parteien Stimmen abziehen konnte. Auch von den Grünen Wählern bekam die Linke, die zum ersten Mal in Hessen angetreten war, 19.000 Stimmen. Die Zuwächse der FDP erklären sich aus einer Stimmverlagerung innerhalb des bürgerlichen Lagers, wonach die Liberalen 66.000 Wähler von der CDU auf ihre Seite ziehen konnten. Einzig die Wähler der Altersgruppe über 60 blieben den Christdemokraten treu. In allen anderen Altersgruppen gewannen vor allem die Linken Parteien.

Wahlbeteiligung in Frankfurt
Dies entspricht auch den Verhältnissen bei den Landesstimmen in Frankfurt. Auffällig ist ein Zuwachs der Wahlbeteiligung in der Altersgruppe der 18 bis 24-Jährigen um 9,1 Prozent, den Rhein mit der Einführung der Studiengebühren erklärte. Auch in den anderen Altersgruppen sind tendenziell Zuwächse zu verzeichnen. Hingegen ist die Wahlbeteiligung der über 60-Jährigen um 1,5 Prozentpunkte zurückgegangen.
Die höchste Wahlbeteiligung war mit 74,9 Prozent in Nieder-Eschbach. Die niedrigste mit 48,3 im Gallus. Die höchste Steigerung wurde im Gutleut-/Bahnhofsviertel mit 6 Prozent realisiert. Weitere Anstiege der Wahlbeteiligung waren im hart umkämpften Wahlkreis 38 zu verzeichnen. Auch im wachsenden Stadtteil Kalbach-Riedberg und in Hausen, wo der Neubau einer Moschee geplant ist, wurden deutlich mehr Wähler gezählt als noch vor fünf Jahren.

Stadtteilergebnisse: Spitzen und Tiefen
Die CDU musste in allen 42 Stadtteilen Stimmenverluste zwischen 3,3 Prozent im Gutleut-/ Bahnhofsviertel und 14,2 Prozent in Nieder-Eschbach hinnehmen. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie in Sossenheim (43,7 Prozent), ihr schlechtestes im Nordend-Ost (20,4 Prozent).
Die Grünen verloren ebenfalls in der ganzen Stadt an Stimmen. Ihr bestes Ergebnis erzielten sie im Nordend-Ost (20,1 Prozent), ihr schlechtestes in Zeilsheim (4,4 Prozent).
Außer im Riederwald (-1,2 Prozent) konnte die SPD ihr Ergebnis in allen Stadtteilen verbessern. Ihr bestes Ergebnis erzielte sie in Hausen (40,6 Prozent), ihr schlechtestes im Westend-Süd (23,4 Prozent).
Die FDP erzielte ihr bestes Ergebnis im Westend-Süd (20,8 Prozent), ihr schlechtestes in Sindlingen (5,8 Prozent).
Die Linke erzielte ihr bestes Ergebnis im Riederwald (11,9 Prozent), ihr schlechtestes in Nieder-Erlenbach (2,9 Prozent).

Foto: pixelio


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