Heute am frühen Nachmittag präsentierte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) den ersten Wagen ihrer neuen U-Bahn-Flotte. Ab diesen Sommer werden zunächst drei neue Züge auf den Linien U 1-3 eingesetzt. Bis 2015 sollen insgesamt 146 Bahnen die derzeitigen Wagen des Typs „U2“ sowie die Duewag-Achtachser des Typs „PtB“ ersetzen. Das Investitionsvolumen beträgt mehr als 300 Millionen Euro. Hersteller ist der kanadische Wagonbauer Bombardier Transportation (BT), der von 2003 bis 2007 schon insgesamt 65 Niederflur-Straßenbahnen des Typs „S“ geliefert hat.
„Wir sind sehr froh, mit dem Kauf der neuen Bahnen die Weichen für die Zukunft gestellt zu haben“, sagte VGF-Geschäftsführer Michael Budig (Foto Mitte mit Bombardier-Mitarbeiter Wolfgang Tölsner rechts, Stadtrat Boris Rhein links und den Musical-Darstellern von Starlight Express). „Eine Stadt wie Frankfurt benötigt dringend einen leistungsfähigen öffentlichen Nahverkehr. Ohne ein solches System ist eine nachhaltige und positive Entwicklung der Stadt nicht möglich.“ Boris Rhein, der als Stadtrat Oberbürgermeisterin Petra Roth vertrat, pflichtete dem bei und ergänzte: „Die eben veröffentlichte Bürgerbefragung zeigt, dass die Frankfurter mit dem Service der VGF sehr zufrieden sind. Die neuen Bahnen werden dazu beitragen, diesen positive Eindruck in der Bevölkerung noch zu verstärken.“
Entsprechend der bei der VGF üblichen Typenbezeichnung, werden die neuen Fahrzeuge als „U5“ geführt. Darunter sind 54 Zweirichtungsfahrzeuge mit einem Gelenk, drei Drehgestellen, sechs Achsen und einer Länge von jeweils 25 Metern. In ihnen stehen 48 Sitz- und 130 Stehplätze sowie sechs Klappsitze im Behindertenabteil den Fahrgästen zur Verfügung. Sie werden vier Türen pro Seite haben und damit einen schnellen Fahrgastwechsel an den Haltestellen ermöglichen. Zum anderen umfasst die Bestellung 46 Zweirichtungsfahrzeuge, die aus zwei 25-Meter-Einheiten bestehen, die in der Mitte mittels einer Kurzkupplung und einem Personenübergang mit einander verbunden sind. Diese Bahnen sind 50 Meter lang, haben drei Gelenke, acht Türen pro Seite sowie sechs Drehgestelle mit insgesamt zwölf Achsen. Sie bieten den Fahrgästen im Innenraum 104 Sitz- und 258 Stehplätze sowie zwölf Klappsitze und sind auf der ganzen Länge begehbar, was das subjektive Sicherheitsgefühl der Fahrgäste als auch die soziale Kontrolle verbessern soll. Alle Bahnen werden mit den etwa zehn Jahre alten „U4“-Wagen zu kuppeln sein.
Auch die neuen Bahnen sind wie schon die Wagen der „S“-Klasse behindertengerecht und mit Videokameras ausgestattet. Neu sind die Klimaanlagen in den U-Bahnen. Außerdem verfügen die Bahnen von Bombardier über einen Antrieb mit moderner Drehstromtechnik, mit dem sie eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 80 km/h erreichen und Steigungen von bis zu fünf Prozent bewältigen können - was insbesondere auf der Neubaustrecke über den Riedberg von Bedeutung sein wird. Beim Bremsen wiederum speisen die Fahrzeuge Energie ins Netz zurück. Um den Zustieg für behinderte und ältere Menschen sowie Kinderwagen zu erleichtern, will die VGF mittelfristig die Bahnsteige aller U-Bahn-Stationen im Netz auf eine Höhe von rund 80 Zentimetern über der Schienenoberkante zu bringen.