An der Glastür des Kleinen Hauses hängt eine traurige Plakatserie: Eine Reihe DIN-A-4-Plakate kündigt die letzten Vorstellungen von schauspielfrankfurt-Produktionen an, die zumeist gerade erst Premiere hatten. Darunter der Liederabend "Türke sucht das Superdeutschland" und Michael Lentz' Uraufführung "Warum wir also hier sind" (Foto).
Gleichzeitig sickert immer mehr davon durch, was der designierte Intendant Oliver Reese am Haus vorhat - am 22. April stellt er übrigens seinen ersten Spielplan vor. Im Bockenheimer Depot soll es beispielsweise eine kleine Spielstätte für experimentellere Produktionen geben. Damit soll auch die Wegkürzung der Nebenspielstätte Schmidtstraße kompensiert werden, deren Ende letzte Woche bei einem Publikumsgespräch zur "Valentin-Methode" noch einmal wortreich bedauert wurde. Doch es bleibt dabei: Jeder Intendant hat ein Recht auf seinen Neuanfang. Auf den offenbar halb Frankfurt ein aufmerksames Auge hat. Imgrunde ist das ja eine gute Nachricht.