Urda Martens-Jeebe will nicht mehr Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Frankfurt sein. Die Meldung bleibt knapp: "Der Aufsichtsrat und die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung GmbH, Frau Dr. Martens-Jeebe, teilen mit, dass sie sich aufgrund unterschiedlicher Auffassungen zur Positionierung und Ausrichtung der Wirtschaftsförderung Frankfurt GmbH auf eine einvernehmliche Beendigung des Vertragsverhältnisses geeinigt haben. Die Gesellschaft dankt Frau Dr. Martens-Jeebe für die geleistete Arbeit.“
Alles weitere lässt sich erschließen. Seit Boris Rhein (CDU) als Wirtschaftsdezernent das Ruder übernommen hatte, war es schon mehr als ein Knirschen im Gebälk, das zu hören war, wenn von der Zusammenarbeit zwischen dem Magistrat und der städtischen Wirtschaftsförderung zu hören war. Der Knall kam mit dem Wegzug der Wertpapierbörse nach Eschborn, der die Stadt völlig unvorbereitet traf. Rhein erhob den Vorwurf, die Wirtschaftsförderung hätte die Ohren näher an den Unternehmen haben müssen. Außerdem, so wurde kolportiert, habe Martens-Jeebe die Stadt bei verschiedenen Gelegenheiten schlecht repräsentiert. Das Verhältnis zwischen Rhein, der seit Januar auch dem Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderung vorsteht, galt als äußerst unterkühlt. Als die Bilanz der städtischen Gesellschaft vor einigen Wochen vorgestellt wurde, sah es zunächst nach einer Erholung aus. Rhein kam mit einem Blumenstrauß aus Anlass des Geburtstages von Martens-Jeebe herein und lobte die Arbeit der Gesellschaft in den höchsten Tönen. Nun ist es endgültig zum Bruch gekommen. Unter welchen Bedingungen Martens-Jeebe zum Rücktritt überredet werden konnte ist noch nicht klar. Ihr Vertrag jedenfalls, den sie nun aufkündigte, wäre noch bis 2011 gegangen.