Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält den diesjährigen Kluge-Prize, der als "Nobelpreis der Philosophie" gilt. Der 86-Jährige hat 25 Jahre lang an der Goethe-Uni gelehrt.
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Das John W. Kluge Center an der Washingtoner Library of Congress verleiht Jürgen Habermas den „Kluge Prize“ für sein Lebenswerk. Die Auszeichnung gilt als "Nobelpreis der Philosophie" und ist mit 1,5 Millionen Dollar dotiert. Der Habermas lehrte seit den 60ern insgesamt 25 Jahre als Professor für Philosophie und Soziologie an der Goethe-Universität und gilt als bekanntester Vertreter der Kritischen Theorie in der Generation nach Adorno und Horkheimer. Zu Habermas‘ Hauptwerken zählen „Strukturwandel der Öffentlichkeit“ (1962), „Theorie des kommunikativen Handelns“ (1981) und „Der philosophische Diskurs der Moderne“ (1985). Bereits von 1956 bis 1959 hatte er als Assistent am Institut für Sozialforschung (IFS) gearbeitet und war dort Theodor W. Adorno und Max Horkheimer begegnet. Habermas war auch Direktor des Max-Planck-Instituts zur Erforschung der Lebensbedingungen der wissenschaftlich-technischen Welt, ab 1980 Max-Planck-Institut für Sozialwissenschaften (1971-1981). Nicht zuletzt haben seine zahlreiche Auslandreisen und Gastprofessuren in den USA für eine internationale Rezeption und Würdigung seiner Schriften gesorgt. Habermas erhielt auch den Friedenspreis des deutschen Buchhandels, den Hessischen Kulturpreis, den Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen, den Theodor W. Adorno-Preis und den Hegel-Preis.
„Die Verleihung des Kluge-Preises an Jürgen Habermas zeigt, dass seine philosophischen und soziologischen Werke weltweit rezipiert und geschätzt werden", teilt Uni-Präsidentin Birgitta Wolff mit. "Die Juroren würdigen ausdrücklich nicht nur seine wissenschaftlichen Arbeiten, sondern auch sein außergewöhnliches Engagement als Intellektueller: In zahlreichen gesellschaftspolitischen Debatten hat er sich beherzt zu Wort gemeldet und die Werte der Demokratie und Freiheit verteidigt. Das ist gesellschaftlich relevantes Engagement der Wissenschaft ganz im Sinne der Mission der Goethe-Universität.“