Heroinvergabe: Bund zieht sich zurück

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Nils Bremer /

Die große Koalition in Berlin möchte die Bundesförderung für die staatliche Vergabe von sogenanntem Diamorphin zum Monatsende auslaufen lassen. Ein entsprechender Brief der Drogenbeauftragen Sabine Bätzing wurde gestern an die acht Städte, in denen entsprechende Modellprojekte laufen, geschickt. Im vergangenen Jahr hatte die Bundesförderung für das Frankfurter Projekt 177.000 Euro betragen - rund ein Zehntel der Gesamtkosten. 2008 sollen nun bis Ende Februar noch 23.000 Euro fließen. Die Stadt Frankfurt hat angekündigt für den Bund einzuspringen, so dass das Projekt, das in der Grünen Straße im Ostend angesiedelt ist, zunächst weitergeführt werden kann.

Der Frankfurter Bundestagsabgeordnete Omid Nouripour (Grüne) sieht in der Entscheidung einen "klaren Wortbruch" der großen Koalition. "Offensichtlich will die große Koalition die Heroinbehandlung pünktlich nach der Wahl in Hamburg beerdigen", so Nouripour. In Frankfurt sprechen sich SPD wie auch die CDU für eine Regelversorgung von Heroin an Schwerstabhängige aus - diese ist nun wohl in weitere Ferne gerückt.

Foto: Ausgabestelle der Heroinambulanz in Frankfurt, fotografiert von Harald Schröder


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