Frankfurter Feuerwehr

Neue Standortlokalisierung soll Leben retten

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Die Frankfurter Feuerwehr hat ein neues System zur Standortlokalisierung vorgestellt. Anrufende, die nicht wissen, wo sie sich genau befinden, können unter bestimmten Voraussetzungen damit geortet werden. Menschen in Not soll damit schneller geholfen werden.

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Was in Schweden, Estland und Belgien längst flächendeckend genutzt wird, führt nun auch die Stadt Frankfurt ein – als eine der ersten Städte in Deutschland. Die Rede ist von Advanced Mobile Location, kurz AML. Wenn ein Mensch in Notlage gerät und seinen genauen Standort nicht kennt, also zum Beispiel bei einem Spaziergang im Stadtwald oder einer Radtour im Grüngürtel, kann er oder sie schnell gefunden werden. „Im Notfall zählt jede Sekunde. Wir gehen davon aus, dass wir mit AML vielen Menschen in Not deutlich schneller helfen können“, so Karl-Heinz Frank, Direktor der Frankfurter Branddirektion.

Wenn künftig eine Person in Notlage die 112 von einem Mobiltelefon aus anruft, werden über die AML-Schnittstelle GPS und WLAN des Mobiltelefons aktiviert. So kann in etwa 20 Sekunden der Aufenthaltsort des Anrufenden herausgefunden werden. Die Standort-Daten sind auf wenige Meter genau. Bisher waren die Leitstellen auf die Informationen der Funkmasten angewiesen, die jedoch weniger genau sind. Die Daten würden zwischengespeichert und nach einer bestimmten Zeit gelöscht. Der Einsatz des AML wird von den Datenschutzbeauftragten als datenschutzrechtlich zulässig angesehen. „Nach dem erfolgten »Go« der Datenschützer werden wir jetzt mit AML eine wertvolle Ergänzung einsetzen, um Menschen in Frankfurt vielleicht in dem einen oder anderen Fall noch schneller helfen zu können“, erklärt Feuerwehrdezernent Markus Frank (CDU).

Damit das AML funktioniert, ist jedoch ein Smartphone mit Android-Betriebssystem notwendig. Apple plant, die Schnittstelle in den kommenden Monaten in sein Betriebssystem einzubauen. Der oder die Anrufende muss außerdem mit dem Netz seines Mobilfunkproviders verbunden sein, bei einem Notruf über einen Fremdanbieter können keine Daten übertragen werden. Derzeit erfüllen nur etwa 25 Prozent der Anrufenden diese Voraussetzungen.


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