Einmal ganz abgesehen davon, dass es eine unschöne Tendenz ist, die Literatur in Festivals zu verpacken, damit jemand sich für sie interessiert. Und weiter abgesehen davon, dass es ein wenig befremdlich ist, dass in Frankfurt binnen sechs Wochen bereits das zweite Lyrikfestival über die Bühne ging – wer die Abschlussveranstaltung von „liebe, lyrisch“ (verantwortet und geplant vom Kulturdezernat und Literaturreferentin Sonja Vandenrath) in der Evangelischen Stadtakademie miterlebt hatte, kam nicht umhin, zuzugestehen, dass das Publikum dem Ruf der Dichter folgt. Mehr als sechs Stunden lang lasen 15 Lyriker und Lyrikerinnen Liebesgedichte vor – und selbst Kulturdezernent Felix Semmelroth blieb nach seiner Begrüßungsrede dabei, um zuzuhören. Er hat sich bestimmt nicht gelangweilt.