Der grüne Koch

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Nils Bremer /

Auf dem Kreisparteitag der Frankfurter CDU gab sich Roland Koch ebenso schuld- wie selbstbewusst. Ja, der Wahlkampf wurde verloren und nein, er werde nicht zurücktreten. "Koch muss weg, Koch muss weg" hätten sowohl SPD, Grüne wie Linke unisono gerufen. "Wollen wir ihnen diesen Gefallen tun", fragte Koch. Er sehe sich als Diener der Partei - und so sei die Kritik an seiner Person auch als Kritik an der hessischen CDU zu verstehen. "Wenn von der hessischen CDU die Rede ist, dann wird klar, dass das hier schon etwas Besonderes ist", so Koch. Auch etwas auf das man stolz sein könne. Das Bild vom Rechtsausleger der Union korrigierte Koch dann jedoch merklich. Zwar bezeichnete er die SPD als geschichtsvergessen und die Linke als unverbesserliche Kommunisten - doch für die Grünen hatte Koch nur lobende Worte. "Wenn die SPD sagt, dass in fünf Jahren 90 Prozent der Energie regenerativ hergestellt werden kann, dann ist das fern ab der Realität. Wenn die Grünen entgegnen, dass das frühestens 2028 möglich ist, dann ist das eine gesunde Einstellung zukunftsfähiger Politik", so Koch. Der Weg zur SPD sei länger als zu den Grünen - auch wenn es, Stichwort Verkehrspolitik, etliche dicke Brocken noch aus dem Weg zu räumen gelte.

Auf dem Parteitag wurde auch der Frankfurter Kreisvorsitzende Udo Corts verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde mit 91 Prozent der Stimmen der Frankfurter Wirtschaftsdezernent Boris Rhein gewählt - für ihn ein Wunschergebnis, denn: "Man muss sich ja auch noch steigern können". Der 36-jährige Jurist will "Gebildete, Frauen und Jüngere" wieder näher an die CDU heranführen. Die schwarz-grüne Koalition im Frankfurter Römer nannte Rhein ein "gutes Vorbild für Hessen". So sahen es wohl auch die Christdemokraten, die an die Besucher des Parteitags grüne und gelbe Ostereier verschenkten - Jamaika in Frankfurt.


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