Nachdem nun auch wegen Volksverhetzung gegen die Macher der Seite isharegossip.com ermittelt wird, hat sich einer der Gründer der Gerüchte-Webseite zurückgezogen. Ihm wurde die Sache zu heiß.
Jasmin Takim /
Der Frankfurter Oberstaatsanwalt Günter Wittig hatte auf der Lästerseite selbst einen antisemitischen Eintrag gelesen. „Auf Details will ich hier lieber gar nicht eingehen.“ Seit Ende Januar ermittelt die Staatsanwaltschaft nun gegen die Betreiber der Seite, mittlerweile auch wegen Volksverhetzung. Einer der Gründer hat mittlerweile das Handtuch geworfen. „Ich bin draußen und habe mich von der Sache distanziert“, sagte er dem JOURNAL FRANKFURT.
„Das alles lässt sich nicht mehr kontrollieren und ist mir eine Nummer zu krass geworden.“ Muss er trotzdem noch mit einer Strafe rechnen? Oberstaatsanwalt Wittig sagt: ja. „Wenn allerdings ein Aussteiger zu mir käme und die Karten auf den Tisch legt, würde sich das strafrechtlich positiv auswirken. Da ließen sich Wege finden, dass derjenige keine Anklage bekommt.“ Mittlerweile berichten die Betreiber auf ihrer Webseite, dass einer der schwedischen Provider der Seite untergetaucht ist – Gottfried Svatholm drohten eine einjährige Gefängnisstrafe sowie eine Zahlung von sieben Millionen Dollar Schadenersatz. „Darüber weiß ich noch nichts“, sagt Wittig. „Ich kann allerdings sagen, dass ein schwedischer Provider die Betreiber nicht vor strafrechtlicher Verfolgung schützt. Solange der Tatort Deutschland ist, ist das strafrechtlich irrelevant.“
In Berlin tobt mittlerweile der Gossip-Terror: Eine achtzehnjährige Schülerin wurde auf der Seite fertig gemacht. Als ihr Freund schlichten wollte, prügelten ihn 20 Jugendliche krankenhausreif. Wittig berichtet: „Mittlerweile sind in Berlin sogar Amokdrohungen aufgetaucht, nach dem Motto ‚Ich mach euch alle platt'.“ Viele Eltern schickten ihre Kinder aus Angst nicht mehr zur Schule, so Günter Wittig. Eine Berliner Schule blieb wegen der Amokdrohung auf der Plattform sogar geschlossen.