Dass der Suhrkampverlag Frankfurt verlässt und nach Berlin zieht, hat große Empörung hervorgerufen. Jetzt bringt Daniel Cohn-Bendit Ernüchterung in das Thema: „Berlin gibt Geld und ein Haus, Suhrkamp geht darauf ein, c’est la vie! Schluss mit dem Gejammer. Nur die Suhrkamp-Angestellten sollten einen Teil des Geldes bekommen, damit sie sich den Umzug leisten können“, sagte der Grünen-Abgeordnete dem Journal Frankfurt.
Während der Schriftsteller Andreas Maier bei einer Diskussion am vergangenen Samstag noch einen möglichen literarischen Verfall in der Hauptstadt vermutet und seine Kollegin Eva Demski die verkannte Tradition des Verlags in Frankfurt bemängelt, macht Cohn-Bendit im Interview eines klar: Nicht die Stadt Frankfurt habe unter dem Umzug zu leiden, die Angestellten seien die eigentlich Betroffenen.
Die Stadt Frankfurt hat schon einen Alternativplan, wenn auch bisher nur als Absichtserklärung: Kulturdezernent Felix Semmelroth erklärte, dass das bald freie Buchhändlerhaus am Großen Hirschgraben ein Haus der jungen Verlage werden soll. Mit dem Umzug Suhrkamps wäre damit wenigstens Platz für frischen Wind gesorgt. Und vielleicht können dort ja einige ehemalige Suhrkamp-Mitarbeiter zu neuen Höhen hinaufsteigen. mk