Es ist der hessische Literaturpreis – und nun stehen die Preisträger fest. Thomas Gsella wird für sein Lyrikprojekt „Tiere und Reime“ ausgezeichnet, Matthias Göritz für sein Romanprojekt „Das Geschäft mit den Träumen“.
Robyn Lesegeld /
Dass Thomas Gsella den Robert-Gernhardt-Preis erhält, ist eine schöne Geschichte. Verbindet die beiden Autoren doch auch eine persönliche Geschichte – sie arbeiteten beim Satiremagazin Titanic zusammen. Und 2004 erhielt Gsella von Robert Gernhardt persönlich den Joachim-Ringelnatz-Nachwuchspreis überreicht. Mittlerweile ist Gernhardt verstorben. Den nach ihm benannten Literaturpreis erhält in diesem Jahr Gsella für, so schreibt die Jury in ihrer Begründung, „seinen intelligenten Witz und seinem sicheren Gefühl für Form“. Die Jury urteilt weiter: „In seinen komischen, zuweilen bissigen, zuweilen wehmütigen Gedichten bezieht er sich auf Zeichnungen der bekannten Karikaturisten Greser&Lenz.“
Matthias Göritz Romanprojekt hingegen handelt von Krieg – und zugleich dem zeitgenössischen Kultur- und Medienbetrieb. „ Wie gut Krieg und Filmgeschäft, wie gut Gewalt und Gewinn zusammenpassen, erzählt Matthias Göritz mit historischer Genauigkeit, detaillierter Sachkenntnis und sprachlichem Raffinement“, so die Jury. „Beide Autoren stehen in der Tradition des großen Satirikers und Moralisten Robert Gernhardt“, sagt Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann zu den beiden Preisträgern.
Entschieden wurde dies von der Autorin Eva Demski, dem Professor für deutsche Literatur und Landeskunde Karl-Heiz Götze und dem JOURNAL-Literaturredakteur Christoph Schröder. Gsella und Göritz konnten sich gegen 45 Bewerber durchsetzen und wurden mit jeweils 12.000 Euro belohnt, mit denen sie größere literarischen Vorhaben verwirklichen sollen. Die 24.000 Euro wurden von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen, die zur Helaba gehört, zur Verfügung gestellt.