Mäßiges Wetter, Zeitumstellung, Frühlingsmüdigkeit? Kein Grund zu Verzagen – denn die Museen haben in dieser Woche Ausstellungen eröffnet, die dazu verführen, die Museumsufer-Card zum Glühen zu bringen.
Nils Bremer/ Nicole Nadine Seliger /
Filmmuseum: 2001 - A Space Odyssey Das Filmmuseum pflegt eine ganz besonders innige Beziehung zu Stanley Kubrick – und dies wird auch in der neuen Sonder-Ausstellung zum Film "2001" deutlich. Mit viel Liebe zum Detail und einem Blick für eine runde Gestaltung zeigt das Haus die Entstehungsgeschichte des Films wie auch seine Rezeption, die sich im Laufe der Jahre wandelte und das Science-Fiction-Werk zum einflussreichen Moment der Filmgeschichte reifen ließ. Siehe auch: "Eine runde Ausstellung zum 50-Jährigen von 2001" >> 2001.deutsches-filmmuseum.de
Museum für Kommunikation: Die Nacht im Mittelpunkt
Einfach mal am Gedankenkarussell drehen... Foto: Philipp Jester
Seit der Antike hat die Nacht die Menschen beeinflusst, fasziniert und abgeschreckt. Die Wissenschaft hat das Phänomen zwar erklärt und damit entzaubert, doch die Nacht bleibt mehr als die Abwesenheit von Sonnenlicht. Die Ausstellung im Museum für Kommunikation mit dem Titel "Die Nacht. Alles außer Schlaf" widmet sich vielen Facetten der dunklen Stunden des Tages, denn „in der Nacht ist die Welt eine andere“, wie Kurator Florian Schütz sagt.
350 Objekte und Installationen machen die Nacht im Museum erfahrbar: Es geht um Sternenbilder und Mythen, Albträume und Dämonen, aber auch Partys und Lichterfeste, die die Nacht bedingen. In einer Gegenwart, die durch die digitale Entwicklung geprägt ist, thematisiert die Schau auch die ständige Erreichbarkeit und Ruhelosigkeit zur späten Stunde – die Nacht wird zur Arbeitszeit.
Interaktive Stationen wie ein Gedankenkarussell, eine Graffiti-Wand und eine eigene Kinderspur komplettieren die kurzweilige Schau im Museum. Es lohnt zudem ein Blick in das Begleitbuch zur Ausstellung (14,80 Euro im Museumsshop). „Das Buch der Nächte“ kombiniert auf mehr als 200 Seiten kurze Geschichten, Poesie und Gedanken rund um das Thema Nacht und lässt in den grafisch aufwendig gestalteten Seiten auch Platz für eigene Überlegungen und Erlebnisse.
>> Museum für Kommunikation: Die Nacht. Alles außer Schlaf, 23. März bis 26- August, Schaumainkai 53, Eintritt 5 Euro (ermäßigt 1,50 Euro), www.mfk-frankfurt.de
Schirn Kunsthalle: Power to the People
Wer in diesen Tagen durch die Schirn wandelt, muss allen Mut zusammennehmen, danach nicht einen Protestzug zu beginnen. Die Schau über Basquiat zeigt den Weg von subversiver Straßenkunst zu millionenschweren Kunstwerken. Gleich gegenüber ruft die Kunsthalle seinen Besuchern nun zu: "Power To The People". In der Überblicksschau werden nicht nur Positionen gegenwärtiger Kunst zur Politik gezeigt – sondern auch, wie die Kunst durchaus Proteste verändern, Revolutionen befeuern kann. Das reicht vom T-Shirt-Spruch "Freedom cannot be simulated" bis hin zur aufwühlenden Videoarbeit "This Lemon tastes of Apple" von Hiwa K:
Dunkel und düster, verrückt und verspielt geht es im Liebieghaus zu. Der südafrikanische Künstler William Kentridge hat sich von den alten Figuren inspirieren lassen und bringt sie ins Wechselspiel mit obskuren Maschinen, Videoarbeiten, Skulpturen, Zeichnugen, Rauminstallationen und allerlei mehr – manchmal scheint das Gegenwärtige das Vergangene gradezu zu überstrahlen, doch das wäre zu kurz gegriffen: Das Liebieghaus wird unter dem Titel "O Sentimental Machine" zur einzigartigen Wunderkammer. Inspiration finden Besucher schon vorher im Digitorial zur Ausstellung.