Max Hollein als favorisierter Partner

Irans Kunstsammlung soll in den Westen kommen

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Wie das art-Kunstmagazin berichtet, soll der legendäre Bilderschatz von Teheran auf Welttournee gehen – mit der Schirn als erster Station. Ein Sprecher der Kunsthalle kann dies leider nicht bestätigen.

Ronja Merkel /

Seit 40 Jahren lagern im Keller des Museum of Contemporary Art in Irans Hauptstadt Kunstwerke der Moderne im Millionenwert. Arbeiten von Jackson Pollock, Andy Wahrhol, Pablo Picasso, René Magritte, Claude Monet und vielen anderen herausragenden Künstlern wurden vom früheren Schah und seiner Frau Farah Diba Pahlavi gesammelt und in Teheran ausgestellt, seit der islamischen Revolution ist dieser Schatz weggesperrt. Laut dem Kunstmagazin art könnte sich dies ändern, angeblich plane Irans Regierung, die wertvollen Meisterwerke endlich wieder einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Und nicht nur das: Ein Teil der Sammlung, die auf 250 Millionen Dollar geschätzt wird, soll sogar auf Welttournee gehen.

Als Partner für dieses sensationelle Vorhaben ist kein Geringerer als Max Hollein, Direktor von Städel, Schirn und Liebieghaus im Gespräch. Nach Informationen der art gebe es Gespräche über einen Start der Tournee im Januar 2016 mit der Schirn Kunsthalle als erstem Halt. So schön dies auch wäre, ein Sprecher des Hauses konnte dies gegenüber dem Journal Frankfurt leider nicht bestätigen: „Die Schirn wird natürlich oft für Projekte angefragt, Herr Hollein war auch in Teheran und hat sich die Sammlung angeschaut, konkrete Pläne für eine Zusammenarbeit gibt es jedoch nicht. Zurzeit finden auch keine Gespräche statt.“ Das Thema scheint vom Tisch, die Gründe dafür seien jedoch nicht politischer Natur: „Die Sammlung ist sicher interessant und auch medienwirksam, es braucht jedoch eine ausgereifte Idee für eine Ausstellung und die ist derzeit nicht vorhanden.“

Ob dies das endgültige Aus für eine umfassende Präsentation der Kunstwerke außerhalb des Irans bedeutet, steht damit noch nicht fest. Bis ein Partner für ein Ausstellungsprojekt gefunden ist, wird es jedoch sicher noch einige Zeit brauchen. Angesichts des ungeheuren Werts wäre auch eine entsprechende Versicherung notwendig, die sitzen aber überwiegend in den USA oder Großbritannien – eine Zusammenarbeit wäre dort durch die angespannte politische Lage erschwert, wenn nicht unmöglich. Einen kleinen Einblick in das prall gefüllte Depot kann man immerhin jetzt schon erhalten, in diesem Video:

Ronja Merkel
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, von September 2018 bis Juni 2021 Chefredakteurin.
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