Kunst mit besonderem Geschmack

Ein Stück Island in der Schirn

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Am Mittwochabend wurde die Ausstellung „Crepusculum“ in der Schirn Kunsthalle eröffnet. Anlässlich der Buchmesse und des Gastlandes Island zeigt Gabriela Fridriksdottir dort Rauminstallationen und historische Handschriften.

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Island ist bekanntlich das Land der Sagen, der Trolle und Elfen und der geheimnisvollen Mythen. All das findet seine Basis in den per Hand ausgeführten Schriften aus dem Mittelalter, die bisher Island noch nicht verlassen haben. Mit der Einzelausstellung „Crepusculum“ – also Zwielicht – bringt Gabriela Fridriksdottir einen gutgehüteten Schatz nach Frankfurt. Sie bindet künstlerisch die acht historischen Handschriften, auch Sagas genannt, die teilweise bis auf das 12. Jahrhundert zurückdatiert werden können und mit fünf Millionen Euro versichert sind, in einen neuen künstlerischen Kontext ein. Noch bis zum 8. Januar können die Besucher die vielseitigen Arbeiten der Künstlerin bestaunen, darunter Zeichnungen, Malereien und Skulpturen sowie Installationen, Performances und Videofilme. In ihren Werken führt Fridriksdottir unterschiedliche kulturelle, religiöse und psychische Ebenen zu einem eigenwilligen ästhetischen Zeichen-, Formen- und Bedeutungskanon zusammen. Für die Schirn schaffte Gabríela Friðriksdóttir einen 300 Quadratmeter großen Raum, in dem sich mittelalterliche isländische Handschriften mit dem geheimnisvollen Zeichensystem der Künstlerin sowie einer neuen Filmproduktion zu einer mystischen Landschaft verdichten. Am Mittwochabend wurde die Vernissage mit stilgerecht mit Eishai gefeiert. Das ist eine isländische Spezialität, die nicht umsonst auch gerne Gammelhai genannt wird. Das fermentierte Haifleisch riecht und schmeckt etwas streng nach Ammoniak, wird aber traditionell mit isländischem Schnaps namens Brennivin hinuntergespült – so wie das gestern auch die Besucher der Vernissage sowie Schirn-Chef Max Hollein und Gabriela Fridriksdottir (Foto) getan haben. Neben einem künstlerischen auch ein ganz neues Geschmackserlebnis.


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