Als wir gestern durch das Nordwestzentrum schlendern, sehen wir eine Menschentraube von Kids vor der ausklappbaren Bühne eines quietschgelben Trucks, die gespannt auf ihren „Star“ warten. Für die Fans ist „der musikalische Papa des Nordweststadt-HipHops“, wie er sich selbst nennt, schon längst der Sieger der Herzen. Schließlich ist der sympathische Bub ja auch aus der Nachbarschaft und jedem im Viertel bestens bekannt. Plötzlich geht alles ganz schnell: Der Rapper D-Flame alias Daniel Kretschmer stürmt mit zwei anderen Rapper-Kollegen die Bühne, hinter ihnen scratcht ein DJ zum Beat, der vom Band kommt. Die Stimmung ist zunächst etwas lahm, aber die Jungs geben sich alle Mühe, um die Freunde, Fans und vorbeikommende Kunden des Einkaufszentrums einzuheizen: Mit Sprüchen wie “Sind euch die Stimmen schon eingefroren?“ oder „Was geht hier? Die Leute gehen hier einkaufen und wir drehn jetzt mal ein bisschen durch!“ wird Stimmung gemacht. Und tatsächlich...es funktioniert.
Nicht nur die stolze „Mama Flame“ alias Helma, die sich auch im Publikum befindet, geht nach ein, zwei Songs kräftig mit und schwingt die Arme im Takt der Musik. Später erzählt sie uns: "Keiner hat daran geglaubt, dass ich es als alleinerziehende Mutter mit einem farbigen Kind schaffe. Dass sich mein Kind durchsetzen kann. Deswegen bin ich so stolz auf meinen Sohn." Und der ist auch stolz auf sie. Highlight der Show ist der „Mom Song“, der am Freitag im Berliner Tempodrom bei Stefan Raab das hessische Land repräsentieren soll.
[sevenload swMixwn]
Das Lied handelt von alleinerziehenden Müttern. Mama Flame sagt: "Ich appelliere an alle Alleinerziehenden, sich durchzusetzen." Und ruft auf, Ihrem Sohn die Stimme zu geben, wenn er am Freitag seinen Auftritt bei Stefan Raab hat. Ein bisschen aufgeregt ist der schon: „Am nächsten Freitag, da ist der Bundesvision Song Contest, da geht mir schon ein bisschen der Arsch...Ich zähl auf euch, ihr müsst mich doch unterstützen?“ Das ihm die Sache sehr am Herzen liegt, zeigt sein Einsatz: Mit seiner „Tour durchs YOUniverse“ gab er an einem Tag in vier verschiedenen Städten – Alsfeld, Grünberg, Gießen und natürlich seinem Kiez Nordweststadt – fünfzehnminütige, kostenlose Live-Konzerte zum Besten. Also wir denken, er braucht sich gar keine Sorgen machen. Aber ob es reicht, um „die Krone in die Nordi zu bringen?“