Das Museum Angewandte Kunst lädt zur dritten Veranstaltung der Reihe „Spiegelbilder“ ein. Im Zuge der Ausstellung „Lara protects me. Eine georgische Erzählung“ werden Michel Friedman und Rainer Forst ein Gespräch über Toleranz führen.
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Als Gastgeber der Veranstaltungsreihe „Spiegelbilder“ im Museum Angewandte Kunst führt der Publizist Michel Friedman am Montag, 26. November, zum dritten Mal ein Gespräch, das sich thematisch an einer Ausstellung des Museums orientiert. Zu Gast ist diesmal Rainer Forst, Professor für politische Theorie und Philosophie an der Goethe-Universität. In der Ausstellung „Lara protects me. Eine georgische Erzählung“ berichten Videoarbeiten, Fotografien, Zeichnungen und Designobjekte über Geschichten verschiedener Annäherungen. Daran angeknüpft ist die Hauptstadt Georgiens, Tiflis, Ausgangspunkt für das Gespräch. Es klingt Foucaults Text „Andere Räume“ an, wenn davon ausgegangen wird, dass ein Raum, eine Stadt die gesellschaftlichen Verhältnisse reflektiert und umgekehrt.
Tiflis sei nämlich das neue Berlin, heißt es. Lange Partynächte und Raum für Entfaltung lockten immer mehr Menschen in das eurasische Land. Wo die Stadt jahrhundertelang als Knotenpunkt zentraler Handelsrouten Völker zusammenbrachte – unfreiwillig durch Besetzungen und Eroberungen sowie offenherzig als Zufluchtsort für Verstoßene – kam es selten zu Verschmelzungen. So mussten die Kulturen lernen, durchlässige Grenzen zu schaffen und ein neutrales Nebeneinander zu leben. Um ein Gelten- und Gewährenlassen anderer oder fremder Überzeugungen und Handlungsweisen in diesem Nebeneinander zu ermöglichen, ist Toleranz wichtig. Aber was genau verbirgt sich hinter dem Begriff Toleranz? Was bedeutet er für den Einzelnen oder gesellschaftliche Gruppen für unser Gemeinwesen und ihre freiheitliche Demokratie? Diesen und weiteren Fragen werden Friedmann und Forst in dem etwa einstündigem Gespräch ab 19.30 Uhr nachgehen.
>> Spiegelbilder. Michel Friedmann im Gespräch mit Rainer Forst über Toleranz, Museum Angewandte Kunst, Schaumainkai 17, 26. November, 19.30, Eintritt: 18 Euro, www.museumangewandtekunst.de