Das Frankfurter Volkstheater hat sich nach drei Jahren von seinem künstlerischen Leiter getrennt, und mit Sylvia Hoffman auch schon eine Nachfolgerin gefunden. Entspannt verlief der Wechsel aber nicht.
red /
Wiederholt sich die Geschichte? Hans-Werner Kraehkamp hat das Volkstheater Frankfurt verlassen. Kraehkamp wurde als Nachfolger von Wolfgang Kaus präsentiert, der von 1976 bis Ende 2007 die künstlerische Leitung des Hauses innehatte. Gesundheitliche Beeinträchtigungen hätten das Haus zum Wechsel veranlasst, heißt es von Seiten der Intendantin Gisela Dahlem-Christs. In der FNP weist Kraehkamp das zurück und sagt: "Ich scheide nicht wegen gesundheitlicher Gründe aus, ich wurde hintergangen und gefeuert."
Bei einem Arbeitsgerichtsprozess erstritt er sich 50.000 Euro Abfindung. Der Wechsel kommt in einer für das Haus schwierigen Lage: nach dem entnervten Aufhören des Regisseurs und Schauspieler Michael Quast, der ebenfalls als künstlerischer Leiter und designierter Intendant tätig war, plant dieser im Sachsenhäuser Paradieshof gerade sein eigenes kleines Mundart-Theater - Förderung durch die Stadt eingeschlossen. Dass diese wiederum ihren Zuschuss zum Volkstheater in Höhe von 620.000 Euro im Jahr gerne zurückfahren würde, gilt als ausgemacht.
Die neue künstlerische Leiterin Sylvia Hoffman hatte in der Vergangenheit schon öfters Stücke am Volkstheater inszeniert. Die 1938 in Berlin geborene Regisseurin ist durch einige Arbeiten bei der Krimiserie Tatort bekannt.