Entscheidung vertagt

Kein Urteil im Suhrkamp-Verfahren

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Die gerichtliche Auseinandersetzung der Ulla Unseld-Familienstiftung und dem Suhrkamp-Gesellschafter Hans Barlach geht weiter. Das Landgericht Frankfurt hat einen neuen Verhandlungstermin angesetzt.

Christoph Schröder /

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Mitnichten. Welch ein Aufgebot im kleinen Saal 122 des Landgerichts Frankfurt: Feuilleton-Journalisten aus ganz Deutschland, das ARD-Fernsehen, Verlegersohn Joachim Unseld selbstverständlich, der ehemalige Suhrkamp-Geschäftsführer Rainer Weiss (mit Eintracht-Schal), die Suhrkamp-Autoren Rainald Goetz (schon am Vorabend aus Berlin angereist) und Andreas Maier. Sie alle warteten auf den finalen Richterspruch, der über das Schicksal des traditionsreichen Suhrkamp Verlages entscheiden sollte. Die Siegfried und Ulla Unseld Familienstiftung, vertreten durch Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz, und die Winterthur Holding in Person von Investor Hans Barlach, der 39 Prozent der Verlagsanteile hält, klagen auf den jeweiligen Ausschluss des anderen aus der Geschäftsführung. Die Auflösung des Verlags droht. Von den beiden Parteien war selbstverständlich niemand persönlich erschienen. Und dann der dürre Beschluss, den Richter Norbert Höhne binnen weniger Sekunden verkündete: Der Gerichtstermin wird auf den 23.9. vertagt. Verwiesen wurde dabei auf außergerichtliche Mediationsbemühungen beider Seiten. Zudem setzte das Gericht den Streitwert auf 20 Millionen fest. Kein Showdown also. Das Ringen geht weiter. Ratlosigkeit vor dem Gerichtssaal. So unspektakulär ist die deutsche Justiz.


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