Es gibt zahlreiche Hilfsangebote für Drogenabhängige in Frankfurt, aber ein harter Kern an Junkies wird damit nicht erreicht, was zu Konflikten mit Anwohnern führt. Ein Nachtcafé in der Moselstraße soll die Versorgungslücke schließen.
Nicole Brevoord /
Ein Crackrausch dauert nicht lange an, danach kreisen die Gedanken der Abhängigen schnell wieder um neuen Stoff. Und den gibt es nun mal im Bahnhofsviertel. Es gibt viele Gründe, warum Drogenabhängige die bestehenden Hilfsangebote der Stadt nicht so nutzen, wie von den Hilfsorganisationen erhofft. Der schnelle Zyklus zwischen Rausch und neuem Kick ist ein Grund, gleich im Kiez zu bleiben. Nur dort sorgen die rund 40 desolaten Menschen auf den Gehwegen zwischen Elbe-, Nidda- und Münchener Straße für Unmut bei den Anwohnern und Gewerbetreibenden. Man müsste sie zumindest auch nachts runter von der Straße bekommen. Das soll vom 2. Mai an mithilfe des vom Frankfurter Verein betriebenen Nachtcafés möglich sein, das Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) am Mittwoch vorgestellt hat.
Foto: Bernd Kammerer Der Gastraum ist zweckmäßig und nicht übermäßig gemütlich eingerichtet. Hier sollen Drogenabhängige zwischen 22.30 Uhr und 6 Uhr eine Anlaufstelle haben, sich aufwärmen, etwas zu trinken bekommen – Alkohol soll es keinen geben. Und auch Drogen dürfen in dem rund 200 Quadratmeter großen Nachtcafè nicht konsumiert werden. Die neue Anlaufstelle ist bisher erstmal als Pilotprojekt geplant und soll bis Ende des Jahres laufen. Ziel des Ganzen ist es, die Junkies ergänzend zu den sonstigen Angeboten der Stadt mit Getränken und Snacks zu versorgen, sie zu beruhigen und so das Konfliktpotenzial mit den Anwohnern und Geschäftsleuten im Bahnhofsviertel zu entschärfen. Das Nachtcafé soll aber kein Nachtlager sein.