Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode

Stich für Stich durch die Jahrzehnte

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Die Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode feiert dieses Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. Standorte, Berufsfelder und –bezeichnungen haben sich gewandelt, doch das Handwerk bleibt das Gleiche: Die Schule lädt zu einer Zeitreise ein.

Sina Eichhorn /

Näherinnen, Stickerinnen, Putzmacherinnen, Weißnäherinnen, Blumenbinderinnen, Büglerinnen, Wäscherinnen, Haararbeiterinnen – sie alle wurden schon in der Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode ausgebildet. Inzwischen haben sich einige dieser Berufe verabschiedet und neue sind hinzugekommen, doch auch heute, 100 Jahre nach der Gründung, wird dort nach wie vor ausgebildet. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens lädt die Schule mit Sitz in Bockenheim zu einer modischen Zeitreise durch die letzten Jahrzehnte ein.

Die Gründung basierte auf der verfassungsrechtlichen Gleichstellung von Frauen und Männern in der Weimarer Republik und der universellen Einführung der Schulpflicht. So wurde 1920 die erste der sieben Frankfurter Fortbildungsschulen eröffnet, die ausschließlich für Mädchen und Frauen gedacht war. Unter dem Namen „Fachschule VII für Frauengewerbe“ wurden am Frankensteiner Platz verschiedene Schulformen aus den Berufsfeldern Textiltechnik und Bekleidung sowie Körperpflege ausgebildet.

Heute, 100 Jahre und 17 Standorte später, ist die Schule unter dem Namen „Frankfurter Schule für Bekleidung und Mode“ für alle Geschlechter geöffnet und in der Hamburger Allee zu finden. 1950 seien die ersten männlichen Friseure an die Schule gekommen, 1970 wurde eine erste Klasse für Lehrlinge im Herrenschneiderhandwerk eingerichtet. Doch das Geschlechterverhältnis sei nie ausgeglichen gewesen, sagt Anne-Kathrin Reich, die die Schule seit 2012 leitet. „Heute sind zwei Drittel unserer Auszubildenden weiblich, etwa ein Drittel ist männlich. Bei den Lehrenden sieht es ähnlich aus.“

Momentan besuchen insgesamt 800 Schülerinnen und Schüler die Schule, zur Hochzeit in den 20er- und 30er-Jahren seien es rund 2000 gewesen, sagt Schulleiterin Anne-Kathrin Reich und ergänzt: „Momentan stagnieren die Zahlen, das Handwerk ist zurückgegangen und die Industrie in den Vordergrund gerückt. Doch wir merken, dass da perspektivisch etwas passiert. Die Menschen wollen wieder wissen, wo etwas herkommt, der Trend geht zurück zur Nachhaltigkeit.“

Jubiläumsfeier zwischen Vergangenheit und Moderne

Anlässlich des Jubiläums wird es am heutigen Donnerstag, dem 12. März, von 11 bis 19 Uhr einen Tag der offenen Tür mit einem umfassenden Rahmenprogramm geben. Die Schülerinnen und Schüler präsentieren eine Zeitreise durch die Mode der vergangenen hundert Jahre, fast jede der verschiedenen Schulformen hat einen eigenen Ausstellungsraum. So werden beispielsweise Röcke ausgestellt, die aus den unterschiedlichsten Materialien wie Kaffeesäcken oder Schokoladenpapier gefertigt sind. In „Too cool for school“ können moderne Schuluniformen betrachtet werden, ein weiterer Raum führt in die Vergangenheit. Die Schülerinnen und Schüler haben eine alte Wäscherei imitiert, schwarz-weiß-Bilder gemacht und werden diese ausstellen.

Darüber hinaus wird es einen Festakt und mehrere Defilees in der Turnhalle geben. Geplant und durchgeführt wird die Jubiläumsfeier von angehenden Veranstaltungskaufleuten der Stauffenbergschule, die das Projekt im Rahmen ihrer Ausbildung als Praxisteil durchführen und die Turnhalle und die Klassenräume neu inszenieren.


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