Foto: Demo gegen rassistische Gewalt, Hass und Hetze am vergangenen Wochenende in Frankfurt © Bernd Kammerer
Zum fünften Jahrestag

Frankfurt erinnert an die Opfer von Hanau

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Der rassistische Anschlag von Hanau jährt sich zum fünften Mal. Eine Demonstration in Hanau gedenkt der Opfer, in Frankfurt soll eine Bank mit deren Namen zum stillen Erinnern einladen.

Lukas Mezler /

Am 15. Februar ruft das Jugendbündnis „Remember Hanau“ bundesweit zur Demonstration unter dem Motto „Erinnern heißt Verändern!“ auf. In Hanau selbst findet ab 16 Uhr eine Veranstaltung am Marktplatz statt und endet nach einem Zug durch die Stadt.

An diesem Tag erinnert das Bündnis nicht nur an die Opfer, sondern setzt sich weiterhin für Aufklärung, Gerechtigkeit und gegen das Vergessen ein. Der Gedenktag soll als klarer Appell gegen Rassismus, Nationalismus und die zunehmende rechte Gewalt in Deutschland gesehen werden.

Auch Frankfurt erinnert an rassistische Gewalt. Am 19. Februar wird auf dem Schelmenburgplatz in Bergen-Enkheim eine Gedenkbank zur Erinnerung an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau eingeweiht. Vor fünf Jahren, am 19. Februar 2020, verloren neun Menschen bei diesem tragischen Verbrechen ihr Leben.

Ortsvorsteherin Weizel: „Wir erinnern an alle Opfer rassistischer Gewalt“

Der Ortsbeirat 16 (Bergen-Enkheim) hatte im vergangenen Jahr beschlossen, mit dem Aufstellen dieser besonderen Sitzbank ein dauerhaftes Zeichen des Gedenkens und der Mahnung zu setzen.

Die Gedenkbank hebt sich bewusst von herkömmlichen Frankfurter Bänken ab. Ihre drei Rückenlehnenbretter tragen Inschriften, die an die Tat und die Namen der Ermordeten erinnern. Die Gestaltung übernahm der Künstler Elmar Lixenfeld, der mit seiner Arbeit die Bedeutung der Erinnerung in den öffentlichen Raum trägt.

Ortsvorsteherin Alexandra Weizel betont die Bedeutung dieser Gedenkbank: „Wir erinnern an alle Opfer rassistischer Gewalt. Die Namen von Hanau sind in der Bank als eindrückliches Zeichen zum fünften Jahrestag der Tat zu sehen.“ Gleichzeitig stellt sie klar, dass die Veranstaltung nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden soll: „Wir wollen verhindern, dass die Eröffnung der Bank zu einem Politikum wird. Deshalb gibt es keine politischen Reden – wir wollen im aufgeheizten Wahlkampf niemandem eine Bühne bieten.“

Stadtschreiber Dinçer Güçyeter hat einen Gedenktext verfasst

Die feierliche Übergabe der Gedenkbank beginnt um 17.00 Uhr mit einer kleinen Gedenkveranstaltung. Im Mittelpunkt steht eine Lesung des amtierenden Stadtschreibers von Bergen-Enkheim, Dinçer Güçyeter. Er hat einen Text anlässlich des Jahrestages verfasst.

Musikalisch begleitet wird die Zeremonie von dem Bergen-Enkheimer Komponisten und Gitarristen Martin Loos, dessen Melodien den Moment der Stille und des Erinnerns unterstreichen. Zum Abschluss werden Kerzen entzündet, um den Opfern zu gedenken und gemeinsam ein Zeichen gegen Rassismus und Gewalt zu setzen.

Der Ortsbeirat lädt alle Bürgerinnen und Bürger herzlich ein, an dieser Gedenkveranstaltung teilzunehmen, um gemeinsam einen Moment des stillen Erinnerns zu teilen.

Info
Demo – „Erinnern heißt Verändern!“
15. Februar, 16 Uhr
Hanauer Marktplatz

Gedenkbank in Frankfurt
Übergabe und Gedenken: 19. Februar, 17 Uhr
Schelmenburgplatz, links vor der Schelmenburg (Bergen-Enkheim)

Lukas Mezler
Lukas Mezler
Jahrgang 1997, Studium der Sozial- und Kulturanthropologie an der Goethe-Universität Frankfurt, EHESS in Paris. Seit Oktober 2024 beim JOURNAL FRANKFURT.
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