Die zwei Ameisenbären Ines und Falin bereichern seit Mai 2018 das Ukumari-Land im Zoo. Jetzt haben sie Nachwuchs bekommen. Noch hat das Jungtier keinen Namen, doch ist für die Besucher schon zu bestaunen.
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Noch lässt sich das Jungtier von seiner Mutter herumtragen. Mit geschlossenen Augen klammert es sich an den Rücken von Ameisenbärenweibchen Ines, denn es ist kaum zwei Monate alt. Die Felle von Mutter und Kind vermischen, sodass man das Jungtier nur erkennen kann, wenn man genau hinschaut. Für die Großen Ameisenbären im Frankfurter Zoo ist das noch namenlose Jungtier der erste Nachwuchs.
Eigentlich sind die Großen Ameisenbären Einzelgänger, dennoch verstanden sich Ines und der männliche Ameisenbär Falin nach ihrem Umzug in den Frankfurter Zoo auf Anhieb gut. Ines kam im Frühjahr 2017 aus Tschechien und Falin im Mai dieses Jahres aus dem Kölner Zoo in das Ukumari-Land. Wenig später, am 30.Juni, folgte schon das erste gemeinsame Kind des Pärchens. „Wie bei Ameisenbären üblich, trägt Ines ihr Junges auf dem Rücken“, erklärt Zootierärztin Nicole Schauerte. „Gut lässt sich dabei erkennen, wie die Fellzeichnung des kleinen Männchens mit der Zeichnung der Mutter verschmilzt. Der so entstehende Tarneffekt hilft, den Nachwuchs vor Feinden zu schützen.“
Die Großen Ameisenbären sind in Süd-und Mittelamerika beheimatet, und kommen sowohl im Regenwald als auch in Savannen vor. 1951 wurden zum ersten Mal Große Ameisenbären im Frankfurter Zoo gezeigt. Ab 1970 gelang die Zucht, doch die Haltung der Ameisenbären gestaltete sich als sehr schwierig, besonders im Hinblick auf die Ernährung. In den letzten Jahrzehnten haben sich die Haltungsbedingungen allerdings stetig verbessert, denn Forschung und Erfahrung haben dazu geführt, die Tiere und ihre Ansprüche besser kennenzulernen und die Haltung zu optimieren. Die Weltnaturschutzunion IUCN stuft die Großen Ameisenbären als „gefährdet“ ein. Denn seit Jahren ist die Population der Großen Ameisenbärem durch Phänomene wie Abholzung, Buschbrände, industrielle Landwirtschaft aber auch Jagd und Autoverkehr rückläufig.