Ananasgewächse im Palmengarten

Die Hitze tut ihnen gut

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Die Ananasgewächse im Palmengarten kommen mit der Wasserarmut im Zuge der Trockenheit optimal aus. Sie leiden nicht bei der Hitze. Im Gegenteil: Was uns zu abschwächen scheint, stärkt diese Art von Pflanze.

Ardita Kolari /

Bromelien sind echte Überlebenskünstler: Die Pflanzenfamilie, überwiegend aus den Tropen stammend, wachsen nämlich epiphytisch. Das heißt: Sie gedeihen oftmals auch auf anderen Pflanzen. Der Frankfurter Palmengarten hat eine der größten Sammlungen dieser Pflanzenfamilie. Mit etwa 700 Arten pflegt der Palmengarten eine der größten Sammlungen der etwa 3000 Arten umfassenden Ananasgewächse. Die bekannteste Vertreterin wird „Ananas“ genannt, weshalb Bromelien auch allgemein als „Ananasgewächse“ bezeichnet werden.





Die Besonderheit dieser Gattung ist, dass die Bromelien tatsächlich nur von Luft und Liebe leben. Insbesondere mit den derzeit hohen Temperaturen können die Pflanzen gut umgehen. Ihre Schlüsselanpassung sind die Saugschuppen. Die mehrzelligen Strukturen, die flach, wie kleine Schilde dem Blatt aufliegen und unter denen spezielle Zellen liegen, können Wasser aufnehmen. Die Riesen-Bromelie beispielsweise kann bis zu 50 Liter Wasser aufnehmen. Ihre trichterförmige Anordnung sorgt für den Wasserspeicher, daher wird diese Wuchsform auch „tank habit“ genannt. Mit diesem Vorteil versorgt sich die Bromelie nicht nur selbst, denn die Kleinstgewässer bilden somit auch Miniaturökosysteme, unter anderem beispielsweise mit Pfeilgiftfröschen.

Die Gattung Tillandsia wird insbesondere als Zierpflanze gehalten. Die Feuchtigkeit der Nacht reicht aus, um das Wasser zu speichern. Die Wurzeln nehmen die Nährstoffe vom Wasser auf. Da die Bromelien nicht mehrmaligen Bedarf des Gießens haben, eignen sich die Pflanzen optimal für diejenigen, die nicht oft zuhause sind.

Ein bedeutender Teil der Sammlung ist für den Besucher zugänglich, vor allem in den Vitrinen des Eingangsschauhauses. Ein anderer Teil der Sammlung genießt den Sommer in einem kleinen Innenhof zwischen den Sammlungsgewächshäusern. Die Sammlung der Bromelien ist seit langer Tradition aufgestellt und wird in Zusammenarbeit mit der Goethe-Universität und Senckenberg auch intensiv wissenschaftlich genutzt.


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