60 Grad am Vorfeld

So geht man am Flughafen mit der Hitze um

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Während die einen im Büro vor dem Ventilator sitzend über die Hitze jammern, müssen andere bei flirrender Hitze am aufgeheizten Vorfeld ganz normal ihrer Arbeit nachgehen.

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Auf dem Vorfeld gibt es keinen Schatten und der Beton reflektiert die Hitze. Deutlich erkennt man das Hitzeflimmern auf den Start- und Landebahnen. So sieht er aus, der derzeitige Arbeitsplatz der Vorfeldarbeiter am Frankfurter Flughafen. Weil das Hoch Helmut tagelang Temperaturen von bis zu 37 Grad nach Hessen brachte und das auch in den kommenden Tagen nicht anders werden wird, hat sich das Vorfeld schön aufgeheizt. Das macht natürlich genau denen zu schaffen, die sich bei den Temperaturen körperlich betätigen müssen, um den reibungslosen Flugbetrieb zu gewährleisten. Bis zu 60 Grad wird es heiß. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter für die Flugzeugabfertigung Sicherheitskleidung wie lange Hosen, Handschuhe und festes Schuhwerk tragen müssen. Insgesamt 800 Beschäftigte sind in verschiedenen Schichten aufgeteilt dafür zuständig, dass das Reisegepäck rund um die Uhr am richtigen Ort landet. Im Sommer sind täglich durchschnittlich 103.000 Gepäckstücke zu befördern.

Weil so eine schweißtreibende Arbeit auch Durst macht, versorgt die Fraport ihre Vorfeldmitarbeiter mit sechs mobilen Getränkewagen. Da gibt es dann Wasser, Limonade oder gekühltem Multivitaminsaft sowie Tee und warme Bouillon, um den Salzverlust auszugleichen. Durchschnittlich werden am Tag 890 Liter Flüssigkeit ausgegeben, an Spitzentagen sind es sogar bis zu 1.185 Liter. Bis Juli wurden bereits über 211.500 Liter Getränke ausgeschenkt, was mehr als 1.400 vollen Badewannen entspricht. In vielen Dienststellen gibt es zusätzlich Eistruhen, an denen sich die Mitarbeiter bedienen können. Außerdem stellt der Flughafenbetreiber Sonnencreme und für Personen mit Fahrtätigkeit Sonnenbrillen zur Verfügung.

Wer einen Rasen hat, der weiß, welche Anstrengungen nötig sind, ihn aktuell nicht wie eine Steppenlandschaft aussehen zu lassen. Die Grünanlagen am Flughafen werden daher auch gewässert. Wegen der extremen Trockenheit durch ausbleibenden Regen und dem schnell austrocknenden Sandboden auf dem Flughafengelände muss kontinuierlich bewässert werden. Bisher wurden seit Juni schon rund 8,7 Millionen Liter Wasser vergossen. Umgerechnet auf die Tagesmenge sind das circa 200.000 Liter – mehr als 1.300 Badewannen. In der heißesten Phase vergießen Mitarbeiter in Tag- und Nachtschichten sogar etwa 400.000 Liter Wasser pro Tag, um die Grünflächen trotz der Hitze zu erhalten.

Für die Fluggäste stehen mehr als 30 Trinkbrunnen mit kostenlosem Trinkwasser sowie Flaschenfüllstationen zur Verfügung.


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