Insgesamt 50 lilafarbene Holzbalken hat Volt deutschlandweit vor Medienhäusern platziert – unter anderem vor den Redaktionen von FR und FNP in Frankfurt. Damit will die Partei auf sich aufmerksam machen.
Sina Claßen /
Mit 50 lilafarbenen Holzbalken, die Mitglieder der Partei in der vergangenen Nacht vor diversen Medienhäusern in Deutschland aufgestellt haben, kritisiert Volt die Berichterstattung über die Bundestagswahl. Sie konzentriere sich fast ausschließlich auf die etablierten Parteien. Das mache es jungen Parteien wie Volt schwer, ihre Themen an die Wählerschaft heranzutragen, heißt es in einer Pressemitteilung von Volt Hessen zur Guerilla-Aktion „Lila Balken“.
„Die etablierten Parteien führen einen erbitterten Wahlkampf – ständig geht es nur um Schuldzuweisungen. Gleichzeitig fühlen sich viele Wahlberechtigte nicht mehr von diesen Parteien repräsentiert“, sagt Colin Rimbach, Direktkandidat für den Wahlkreis 168 (Werra-Meißner/Hersfeld-Rotenburg). „Das Parteienspektrum in Deutschland wächst, wie unsere Lila Balken aus der Erde, stetig weiter, aber darüber wird leider viel zu wenig berichtet.“
Volt will in Umfragen als Wahlmöglichkeit sichtbar werden
Darüber hinaus kritisiert Volt, dass die Partei genauso wie die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD), das Bündnis Deutschland und die Freien Wähler in Umfragen automatisch als „Sonstige“ subsummiert werden. Justin Auth, Direktkandidat für den Wahlkreis 173 (Fulda), fordert, „dass alle Parteien, die bundesweit wählbar sind, in jeder Umfrage als Wahlmöglichkeit angeboten werden“. Fasst man die CDU und CSU als Union zusammen, sind es ingesamt elf Parteien. „Das ist machbar“, ergänzt Rimbach.
Info In allen 16 Bundesländern zur Wahl stehen SPD, Grüne, FDP, AfD, Die Linke, Freie Wähler, Volt, MLPD, Bündnis Deutschland und BSW. Die CDU tritt in allen Ländern außer Bayern an, die CSU nur in Bayern.
„Lila Balken“ in Frankfurt vor den Redaktionen von FR und FNP
Im Zuge der Guerilla-Aktion wurde auch in der Hedderichstraße in Frankfurt ein lilafarbener Holzbalken platziert – nämlich vor den Redaktionen der Frankfurter Rundschau (FR), der Frankfurter Neuen Presse (FNP) und der Zentralredaktion Mitte von Ippen Digital.
In einem Statement von FNP und FR heißt es auf Anfrage des JOURNALS: „Volt spielt für unsere Berichterstattung eine wichtige Rolle, da die Partei Teil der Stadtregierung ist. Mit Volt haben wir zum Beispiel ein Streitgespräch in der FR gemacht, das auf einer Doppelseite erschienen ist. Umfragen führen wir selbst nicht durch.“
Freiwillige Mitglieder von Volt Frankfurt sammeln Balken ein
Volt Frankfurt war als lokale Gruppe nicht selbst an der Organisation der Guerilla-Aktion beteiligt, wie ein Sprecher des Presseteams auf Anfrage erklärt. Man teile jedoch die Kritik an der Berichterstattung und auch die Aktion selbst heiße man gut. „Das Aufstellen der bemalten Holzbalken ist eine kreative Form des Protests und kommt ohne Sachbeschädigung aus, was in diesen angespannten Zeiten leider nicht selbstverständlich ist.“
Im Laufe des Tages wollen freiwillige Mitglieder von Volt Frankfurt jedoch den Holzbalken einsammeln, sodass kein zusätzlicher Aufwand für die Medienhäuser entstehe.