Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten fordert die Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl in Frankfurt dazu auf, sich für ein kostenloses, warmes Essen in Kitas und Schulen starkzumachen.
Sina Claßen /
Sollte es in Frankfurter Kitas und Schulen kostenloses Essen für Kinder und Jugendliche geben? Wer für den Bundestag kandidiere, müsse auch zu dieser Fragestellung Farbe bekennen, findet Hendrik Hallier, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Rhein-Main. Konkret fordert die NGG, dass alle rund 133 100 Kinder und Jugendliche in Frankfurt – im Alter von 1 bis 18 Jahren – mittags die Chance auf ein warmes Essen bekommen. „Das ist heute aber leider immer noch nicht selbstverständlich“, sagt Hallier.
„Dass sie dafür nichts bezahlen müssen, ist wichtig. Denn sonst entscheidet wieder das Portemonnaie der Eltern darüber, ob es mittags eine frisch zubereitete Mahlzeit mit Salat oder doch die billige Tüte Chips gibt.“ Dabei gehe es auch um Chancengleichheit. Entscheidend seien beim Gratisessen neben guten Zutaten zudem das Tierwohl und die Arbeitsbedingungen in den Kantinen. „Wirklich fair ist nur der Tariflohn.“
NGG-Chef Hallier: „Eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen sollte dem Staat etwas wert sein“
Zumal gesunde Ernährung langfristig das Gesundheitssystem entlaste, sieht Hallier die Verantwortung beim Bund. Er müsse dafür sorgen, die „finanziellen Weichen“ für ein Gratisessen zu stellen. Außerdem „sollte dem Staat eine ausgewogene Ernährung von Kindern und Jugendlichen etwas wert sein“. Aus diesem Grund richtet die NGG sich mit ihrem „Mahlzeit Appell“ an die Parteien und deren Kandidatinnen und Kandidaten zur Bundestagswahl. „Gerade Eltern sollten dazu bei den Parteien nachfragen“, rät Hallier. „Und ihnen auch grundsätzlich bei dem, was sie in Sachen Bildung vorhaben, auf den Zahn fühlen.“
Info Im Vorfeld der Bundestagswahl organisiert das JOURNAL eine Wahlveranstaltung für Erstwählerinnen und Erstwähler, bei der die Jugendlichen einigen der Kandidatinnen und Kandidaten aus Frankfurt ihre Fragen stellen dürfen. Im Zuge dessen stellen wir diese vor: