Die Landtagswahl morgen wird knapp - zumindest glauben das die Meinungsforschungsinstitute. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und SPD-Spitzenkandidatin Andrea Ypsilanti sagen sie voraus. Derzeit liegt die CDU nur ein Prozent vor den Sozialdemokraten, die auf 37 kommen. Derweil müssen beide Parteien Kritik aus den eigenen Reihen verkraften. Der einstige Wirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD) meldete sich erneut zu Wort und warnte davor, dass seine Partei bei einem Wahlsieg einen Linksruck ausgesetzt wäre. Die Sozialdemokraten hätten sich in der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik „sehr stark auf die PDS und jetzt auf die PDS-Linke ausgerichtet“, sagte Clement dem Magazin Focus. Der Christdemokrat Michel Friedman warf Koch vor, er nehme billigend in Kauf, dass sich rechtsradikale Wähler von der CDU angezogen fühlten. Friedman war einst wegen der Doppelpass-Kampagne Kochs aus der hessischen CDU ausgetreten und ins Saarland gewechselt.
Die Umfragen lassen für die kleineren Parteien noch Spielraum offen: Die FDP steht bei 10, die Grünen bei 7 und die Linke bei fünf. Spannend wird morgen also nicht nur, wie SPD und CDU abschneiden - sondern auch die Ergebnisse der kleinen Parteien. Da es weder für Rot-Grün noch für Schwarz-Gelb reicht, ist besonders interessant, ob die Linke den Sprung in den Landtag schafft. Eine Zusammenarbeit mit ihr lehnen derzeit jedoch die anderen vier Parteien ab. Eine Ampelkoalition dürfte auch schwierig werden, die FDP hat sich auf ein Bündnis mit der CDU versteift und sich in den letzten Tagen verschärft auf die Grünen eingeschossen. Doch sind die Umfragen mit Vorsicht zu genießen: viele Menschen sind nämlich noch unentschlossen - ob sie zur Wahl gehen, wen sie wählen. Erste Hochrechungen werden morgen nach 18 Uhr erwartet, die Wahllokale öffnen bereits um 8 Uhr morgens. Sicher ist bislang nur: es wird spannend.