Wenn man Jahrgang 90 ist, steht man kurz vor der Volljährigkeit. Aber der- oder diejenige hat weder die Berliner Mauer gesehen noch die DDR kennen gelernt. Sie wissen vielleicht nicht einmal, was für ein Feiertag der 3. Oktober seit 1990 ist und was er für viele Menschen bedeutet. Schade eigentlich. Die anwesenden Gäste in der bis auf den letzten Platz gefüllten Paulskirche wissen um diesen Feiertag. Der Einladung der Oberbürgermeisterin zu eine Feierstunde anlässlich der Deutschen Wiedervereinigung nahmen ausgesprochen viele Personen war. Darunter Abgeordnete des Hessischen Landtags (Hans-Dieter Schnell, Michael Boddenberg), Fraktionsvorsitzende aller Parteien im Stadtparlament (Markus Frank, Olaf Cunitz, Klaus Oesterling, Volker Stein, u.a.) sowie Magistratsmitglieder (Hans-Dieter Bürger, Dr. Sterzel) und die stellvertretende Stadtverordnendenvorsteherin Alexandra Prinzessin von Hannover. Aber auch bekannte Gesichter wie Volkstheater-Regisseur Wolfgang Kaus und Moritz Hunzinger hörten die Ansprache von Stadtrat Boris Rhein (Bild r.) und den Vortrag „Die Vereinigten Staaten, das geeinte Deutschland und die Einheit des Westens“ von Jo Ellen Powell, der Generalkonsulin der USA (Bild l.). Umrahmt wurden die Reden vom International Choir Frankfurt (Leitung Wolfgang Grimm). Was mit Beethovens „ Freude schöner Götterfunken“ begann, sollte seinen Abschluss finden im gemeinsamen Singen der Deutschen Nationalhymne. Mit dem ersten Ton erhob sich das gesamte Publikum und sang, mal lauter – mal leiser, die 3.Strophe des Liedes der Deutschen. Danach bei Apfelwein und Brezeln in der Wandelhalle hörte man mehrfach deutliche Zustimmung für die beiden Redner. Denn alle nach 1990 Geborenen können es nicht, aber sie sollten es wissen: warum am 3. Oktober der Tag der Deutschen Einheit gefeiert wird.