Er hat die Konzentrationslager Auschwitz und Sachsenhausen überlebt und den berüchtigten Todesmarsch. Da war er gerade zehn Jahre alt und schon aufs Durchkommen trainiert. Heute ist er amerikanischer Staatsbürger und Richter am Internationalen Gerichtshof in Den Haag – die Biografie von Thomas Buergenthal ist geprägt von der deutschen Barbarei. Im Jüdischen Museum stellte er, in Anwesenheit von prominenten Zuhörern wie Salomon Korn, Michel Friedman und Arno Lustiger, sein im Frankfurter S. Fischer Verlag erschienenes Buch „Ein Glückskind“ vor. Der Titel ist durchaus Ernst gemeint: „Ich hatte Glück, überhaupt nach Auschwitz hineinzukommen“, sagt er. Denn Kinder wurden im Normalfall bereits von Vornherein aussortiert und ermordet.