Für ihre neue Ausstellung im Frankfurter 1822-Forum begab sich Lena Bils nachts als Geisterjägerin auf Spielplätze. Nicht immer schien es dabei mit rechten Dingen zuzugehen, wie ihre Fotografien zeigen.
Katharina Cichosch /
Obwohl sie gerade noch an der Offenbacher HfG studiert, konnte man Lena Bils’ Fotografien die letzten Jahre schon in unterschiedlichen Kontexten entdecken: Das Kulturzentrum Englische Kirche in Bad Homburg zeigte im letzten Jahr ihre neue Serie „I want to believe“, die den Glauben an eine religiöse Macht und jenen an die Kraft des bewegten Bilds in der spanischen Wüste zusammenbrachte.
In der basis stellte sie mit Johanna Schlegel aus, in der Schleuse der Opelvillen gemeinsam mit Lea Kulens; das Jüdische Museum integrierte ihre Arbeiten in die Ausstellung „Metall & Gesellschaft“ über Wilhelm Merton. Und dann gewann Bils bereits 2021 den Rundgangpreis ihrer Hochschule mit ihrer Bildserie „Siedlung Westhausen“, für die sie den Sperrmüll der Siedlungsbewohnerinnen und -bewohner zu skulpturalen Formationen neu anordnete und anschließend direkt vor Ort fotografierte.
Gebaute Architektur als Ausgangspunkt der Arbeit
Nur folgerichtig, dass jetzt auch das 1822-Forum für junge Kunst Lena Bils eine Soloausstellung widmet. Mit „Playground“ nimmt die Fotografin abermals eine gebaute Architektur als Ausgangspunkt ihrer Arbeit, um sie dann nach eigenen Vorstellungen zu manipulieren: Es sind Kinderspielplätze, die sie des Nachts aufgesucht und abgelichtet hat. Nicht immer scheint es dabei mit rechten Dingen zuzugehen.
Eine Schaukel schwingt, als ob sie gerade angestoßen worden ist. Das Bild einer Rutsche zieren weiße Flecken, die an Orbs, geisterhafte Erscheinungen auf dem Fotopapier, erinnern. Man kann sich also rasch eigene Geschichten hierzu ausdenken: Vielleicht wird auch einfach im Dunkeln weitergespielt, entwickelt der nächtliche Spielplatz ein Eigenleben.
Info Playground, Ausstellung, Ffm: 1822-Forum, Fahrgasse 8, bis 5.4., Di-Fr 14-18, Sa 13-16 Uhr, Eintritt frei