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Pilotprojekt Checkpoint Frankfurt
Frankfurt im Kampf gegen HIV & Co.
Führende Köpfe des Gesundheitswesens haben mit der Frankfurter Aids-Hilfe das HIV- und Infektionspräventions-Projekt Ckeckpoint Frankfurt ins Leben gerufen. Im Gesundheitsamt kann sich jeder kostenlos auf sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen.
Das Pilotprojekt Checkpoint Frankfurt wurde von einer fünfköpfigen Kommission, an der auch die Aids-Hilfe Frankfurt beteiligt ist, initiiert. Checkpoint Frankfurt befindet sich in den Räumen des Gesundheitsamtes und ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. Dort können sich alle Frankfurterinnen und Frankfurter auf HIV und alle anderen sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten untersuchen lassen. „Erstmalig gibt es ein Angebot, das Prävention, Diagnostik und Behandlung an einem Ort zusammenführt“, so Sabine Fischer, Projektkoordinatorin von Checkpoint Frankfurt.Die Sprechstunde findet jeden Dienstag und Mittwoch zwischen 15 und 18 Uhr statt, eine Anmeldung ist nicht nötig.
Die Vereinten Nationen streben das 90-90-90 Ziel an. „Diese Ziele bedeuten, dass 90 Prozent aller Menschen mit HIV auch diagnostiziert werden, 90 Prozent der Menschen mit HIV-Diagnose eine lebensrettende antiretrovirale Therapie erhalten und somit 90 Prozent der Menschen unter HIV-Therapie unter die Nachweisgrenze einer Viruslast gelangen“, so die Grünen im Römer. Im Jahr 2015 lag die Bilanz in Deutschland bei 85-84-93. „Solche positive Quoten können bei weitem nicht alle europäischen Länder vorweisen“, erklärt Stephan Klauke, ärztlicher Projektleiter von Checkpoint Frankfurt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde Checkpoint Frankfurt ins Leben gerufen. Das Projekt wurde gestartet, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen, dennoch steht der Checkpoint allen Bürgerinnen und Bürgern offen. „Das Gute an Checkpoint Frankfurt ist, dass hier auch nicht-krankenversicherte Personen, die sonst durch das Netz fallen, mit betreut werden“, weiß René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes. Insbesondere Sexarbeiterinnen und -arbeiter seien häufig nicht krankenversichert, bürgen aber ein großes Risiko für Geschlechtskrankheiten. Beim Checkpoint Frankfurt können sie sich testen lassen und bekommen medizinische Versorgung. Die beiden anderen Risikogruppen sind Sextouristinnen und -touristen, welche sich häufig im Urlaub mit Geschlechtskrankheiten infizieren, und Personen, die einen One-Night-Stand ohne Kondom hatten. Diese Menschen haben die Möglichkeit, durch die Einnahme von PrEP, eine Ansteckung mit HIV zu verhindern.
Die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) ist seit einiger Zeit auf dem Markt. HIV erkrankte Menschen werden mit dem Mittel therapiert. Es schützt aber auch vor einer Ansteckung mit HIV. Menschen, die sexuellen Kontakt mit einer HIV erkrankten Person hatten, können eine Ansteckung mittels PrEP verhindern. Betroffene sollten so schnell wie möglich einen Arzt oder den Checkpoint Frankfurt aufsuchen, damit PrEP auch präventiv wirken kann. Seit dem 2. September ist das Mittel, auch wenn es präventiv verabreicht wird, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss nicht mehr privat gezahlt werden. Wer PrEP über den Checkpoint Frankfurt beziehen möchte, wird zunächst auf alle sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten getestet. Auch Menschen, die nicht krankenversichert sind, bekommen das Medikament dort kostenlos. Insbesondere in der Ausgabe des Medikamentes und der Testung auf Geschlechtskrankheiten, unabhängig vom versicherten Status, liegt der präventive Ansatz des Projektes.
In den vergangenen Jahren hat die Zahl an Syphilis Erkrankter zugenommen. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Bündnis 90/Die Grünen) geht davon aus, dass die Zahlen für Syphilis- Erkrankungen weiter steigen werden. Das liege vor allem daran, dass alle Menschen, die PrEP haben möchten, im Vorfeld auf alle anderen sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten getestet werden. Wenn die Zahlen hochgingen sei dies dennoch gut, da somit die Erkrankten aus der Grauzone kommen würden und sich die Krankheiten besser eindämmen ließen.
Noch Anfang der 80er Jahre ist eine Vielzahl an Menschen an den Folgen von Aids gestorben. Damals gab es noch keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Die Medizinerinnen und Mediziner konnten lediglich präventive Arbeit leisten und die erkrankten Menschen begleiten. „Ab den 90er Jahren hatten wir mit den Kombinationstherapien schlagartig Behandlungsmöglichkeiten, die uns an den Punkt geführt haben, an dem wir heute sind. HIV ist heute eine Erkrankung, die sich so behandeln lässt, dass die betroffenen Menschen ein normales Leben führen und vor allem alt werden können“, beschreibt Majer, der die Aids-Hilfe Frankfurt mit aufgebaut hat.
Damals wie heute ist es enorm wichtig, Themen wie Aids, HIV und generell sexuell übertragbare Krankheiten nicht zu stigmatisieren, sondern ihnen einen gesellschaftlichen Raum zu geben, um darüber sprechen zu können. „Die schambesetzten Themen sind Gift für jegliche Präventionsarbeit, man muss darüber reden, welche Risiken da sind, aber auch, welche Handlungsmöglichkeiten man hat“, weiß Majer.
Mittlerweile gibt es sehr gute Therapien, mit denen sich HIV behandeln lässt und die dafür sorgen, dass Aids nicht ausbricht. Je früher eine HIV-Infektion erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Mittlerweile kann bei richtiger Einstellung der Patienten die Viruslast soweit eingedämmt werden, dass die Krankheit nicht mehr übertragbar ist. Dennoch sind HIV und Aids nicht heilbar.
Die Vereinten Nationen streben das 90-90-90 Ziel an. „Diese Ziele bedeuten, dass 90 Prozent aller Menschen mit HIV auch diagnostiziert werden, 90 Prozent der Menschen mit HIV-Diagnose eine lebensrettende antiretrovirale Therapie erhalten und somit 90 Prozent der Menschen unter HIV-Therapie unter die Nachweisgrenze einer Viruslast gelangen“, so die Grünen im Römer. Im Jahr 2015 lag die Bilanz in Deutschland bei 85-84-93. „Solche positive Quoten können bei weitem nicht alle europäischen Länder vorweisen“, erklärt Stephan Klauke, ärztlicher Projektleiter von Checkpoint Frankfurt. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde Checkpoint Frankfurt ins Leben gerufen. Das Projekt wurde gestartet, um bestimmte Zielgruppen zu erreichen, dennoch steht der Checkpoint allen Bürgerinnen und Bürgern offen. „Das Gute an Checkpoint Frankfurt ist, dass hier auch nicht-krankenversicherte Personen, die sonst durch das Netz fallen, mit betreut werden“, weiß René Gottschalk, Leiter des Gesundheitsamtes. Insbesondere Sexarbeiterinnen und -arbeiter seien häufig nicht krankenversichert, bürgen aber ein großes Risiko für Geschlechtskrankheiten. Beim Checkpoint Frankfurt können sie sich testen lassen und bekommen medizinische Versorgung. Die beiden anderen Risikogruppen sind Sextouristinnen und -touristen, welche sich häufig im Urlaub mit Geschlechtskrankheiten infizieren, und Personen, die einen One-Night-Stand ohne Kondom hatten. Diese Menschen haben die Möglichkeit, durch die Einnahme von PrEP, eine Ansteckung mit HIV zu verhindern.
Die Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) ist seit einiger Zeit auf dem Markt. HIV erkrankte Menschen werden mit dem Mittel therapiert. Es schützt aber auch vor einer Ansteckung mit HIV. Menschen, die sexuellen Kontakt mit einer HIV erkrankten Person hatten, können eine Ansteckung mittels PrEP verhindern. Betroffene sollten so schnell wie möglich einen Arzt oder den Checkpoint Frankfurt aufsuchen, damit PrEP auch präventiv wirken kann. Seit dem 2. September ist das Mittel, auch wenn es präventiv verabreicht wird, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss nicht mehr privat gezahlt werden. Wer PrEP über den Checkpoint Frankfurt beziehen möchte, wird zunächst auf alle sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten getestet. Auch Menschen, die nicht krankenversichert sind, bekommen das Medikament dort kostenlos. Insbesondere in der Ausgabe des Medikamentes und der Testung auf Geschlechtskrankheiten, unabhängig vom versicherten Status, liegt der präventive Ansatz des Projektes.
In den vergangenen Jahren hat die Zahl an Syphilis Erkrankter zugenommen. Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Bündnis 90/Die Grünen) geht davon aus, dass die Zahlen für Syphilis- Erkrankungen weiter steigen werden. Das liege vor allem daran, dass alle Menschen, die PrEP haben möchten, im Vorfeld auf alle anderen sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten getestet werden. Wenn die Zahlen hochgingen sei dies dennoch gut, da somit die Erkrankten aus der Grauzone kommen würden und sich die Krankheiten besser eindämmen ließen.
Noch Anfang der 80er Jahre ist eine Vielzahl an Menschen an den Folgen von Aids gestorben. Damals gab es noch keine effektiven Behandlungsmöglichkeiten. Die Medizinerinnen und Mediziner konnten lediglich präventive Arbeit leisten und die erkrankten Menschen begleiten. „Ab den 90er Jahren hatten wir mit den Kombinationstherapien schlagartig Behandlungsmöglichkeiten, die uns an den Punkt geführt haben, an dem wir heute sind. HIV ist heute eine Erkrankung, die sich so behandeln lässt, dass die betroffenen Menschen ein normales Leben führen und vor allem alt werden können“, beschreibt Majer, der die Aids-Hilfe Frankfurt mit aufgebaut hat.
Damals wie heute ist es enorm wichtig, Themen wie Aids, HIV und generell sexuell übertragbare Krankheiten nicht zu stigmatisieren, sondern ihnen einen gesellschaftlichen Raum zu geben, um darüber sprechen zu können. „Die schambesetzten Themen sind Gift für jegliche Präventionsarbeit, man muss darüber reden, welche Risiken da sind, aber auch, welche Handlungsmöglichkeiten man hat“, weiß Majer.
Mittlerweile gibt es sehr gute Therapien, mit denen sich HIV behandeln lässt und die dafür sorgen, dass Aids nicht ausbricht. Je früher eine HIV-Infektion erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln. Mittlerweile kann bei richtiger Einstellung der Patienten die Viruslast soweit eingedämmt werden, dass die Krankheit nicht mehr übertragbar ist. Dennoch sind HIV und Aids nicht heilbar.
5. September 2019, 12.39 Uhr
Ricarda Paul
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