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Friedenspreis des Deutschen Buchhandels

Tsitsi Dangarembga: „Eine hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur“

Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geht in diesem Jahr an die Autorin und Filmemacherin Tsitsi Dangarembga aus Simbabwe. Sie sei eine „weithin hörbare Stimme Afrikas“ heißt es in der Begründung. Der Preis wird im Oktober in der Paulskirche verliehen.
Der Stiftungsrat des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels hat am Montag die simbabwische Schriftstellerin und Regisseurin Tsitsi Dangarembga zur diesjährigen Preisträgerin gewählt. In der Begründung der Jury hieß es: „Die Schriftstellerin und Filmemacherin aus Simbabwe verbindet in ihrem künstlerischen Werk ein einzigartiges Erzählen mit einem universellen Blick und ist deshalb nicht nur eine der wichtigsten Künstlerinnen ihres Landes, sondern auch eine weithin hörbare Stimme Afrikas in der Gegenwartsliteratur.“ In ihrer Kunst zeige Dangarembga, so die Jury, soziale und moralische Konflikte auf, die Resonanzräume für globale Gerechtigkeitsfragen eröffneten. Begleitet werde ihr künstlerisches Schaffen vom jahrelangen Engagement, die Kultur in ihrem Land zu fördern – und diese insbesondere für Frauen zu öffnen.

Geboren wurde Tsitsi Dangarembga am 14. Februar 1959 in Mutoko, im damaligen Rhodesien und heutigen Simbabwe. Sie gehört zu den wichtigsten Schriftstellerinnen und Regisseurinnen ihres Landes. In den 1980er-Jahren studierte sie an der University of Zimbabwe Psychologie und begann, erste Theaterstücke zu schreiben. Ihr Debüt-Roman „Nervous Conditions“ erschien 1988 als erster Teil einer autobiografisch geprägten Trilogie. 2006 wurde der zweite Teil, „The Book of Not“ veröffentlicht, 2018 folgte „This Mournable Body“.

In den drei Büchern, die international erfolgreich waren, gehe es dem Börsenverein zufolge um das „Aufwachsen und Leben einer nach Selbstbestimmung strebenden simbabwischen Frau". Die Trilogie veranschauliche zudem „die komplexen Unterdrückungsmechanismen von Gender, Kolonialismus und Rassismus“. „Nervous Conditions“, das 2019 in Deutschland unter dem Titel „Aufbrechen“ erschien, wurde 1989 mit dem Commonwealth Writers’ Prize ausgezeichnet und 2018 von der BBC in die Liste der 100 wichtigsten Bücher aufgenommen, die die Welt geprägt haben.

Dem Medium Film wand sich Dangarembga während ihres Regiestudiums an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin in den 1990er-Jahren zu. In dieser Zeit produzierte sie einige Spiel- und Dokumentarfilme in Deutschland und gründete eine eigene Produktionsfirma. Im Jahr 2000 kehrte sie nach Simbabwe zurück und organisierte dort das International Images Film Festival for Women, mit dem sie junge Frauen in der Filmbranche unterstützen will.

Neben ihrer Arbeit als Autorin und Filmemacherin engagiert sich Tsitsi Dangarembga seit vielen Jahren für Freiheits- und Frauenrechte sowie politische Veränderung in Simbabwe. Nachdem sie im vergangenen Jahr in den sozialen Medien gegen die Verhaftung von Journalist:innen in Simbabwe protestierte, wurde sie für kurze Zeit inhaftiert, jedoch auf Bewährung wieder freigelassen.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels vergibt seit 1950 den Friedenspreis an Menschen, „die einen wichtigen Beitrag zum Frieden, der Menschlichkeit und der Völkerverständigung geleistet haben“. Am 24. Oktober findet die Verleihung des Preises, der mit 25 000 Euro dotiert ist, anlässlich der Frankfurter Buchmesse in der Paulskirche statt.
 
Fotogalerie:
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22. Juni 2021, 13.32 Uhr
Margaux Adam
 
 
 
 
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