Foto: Martin Wagner (Akkordeon), Hanns Höhn (Kontrabass) und Andreas Neubauer (Schlagzeug) © Sasha Rheker
Bonifatiuskirche Frankfurt

Alles bleibt frisch bei Tango Transit

Favorisieren Teilen Teilen

Martin Wagner, Hanns Höhn und Andreas Neubauer sind Tango Transit. Am 8. April bringt das Trio sein facettenreiches Programm „Akrobat“ auf die Bühne des Konzertsaals in der Frankfurter Bonifatiuskirche.

Detlef Kinsler /

JOURNAL FRANKFURT: Ihr leistet euch den schönen Luxus, den Veranstaltern gleich mehrere Programme anzubieten. Was macht für euch den Reiz aus, unter unterschiedlichen Motti anzutreten?
Martin Wagner: Das ist schon manchmal lustig, wenn wir zum Beispiel ein paar Tage unterwegs sind und drei verschiedene Programme spielen. Da müssen wir uns schon etwas ordnen. Wir haben „Akrobat“, „German Songbook“, „Engelrausch“ und inzwischen zwei Programme mit Rufus Beck. Es ist einerseits gut für uns, wir haben Abwechslung und alles bleibt frisch. Und natürlich bringt das andererseits auch Orientierung für die Zuschauer und die Veranstalter. Wir spielen dann eben nicht quer durch den Gemüsegarten, sondern bleiben inhaltlich klar. Und wer das mag, was wir machen, interessiert sich dann vielleicht auch für die anderen Programme. Das trifft auch für die Veranstalter zu, wir werden häufig mehrfach eingeladen.

In der Bonifatiuskirche ist diesmal „Akrobat" angekündigt – ihr nennt es euer „klassisches" Programm. Was darf das Publikum erwarten?
Ich glaube jede Band, die länger unterwegs ist – und das sind wir ja, wir gehen auf 700 Konzerte zu – hat Stücke, die sich als „Klassiker" herausbilden. Stücke, die super funktionieren, die ankommen, die uns gefallen, neue oder ältere, ganz egal. Wir haben einige davon, die auch unseren „Kern" abbilden. Stücke, die irgendwo auch mit Tango zu tun haben, die eine gewisse Ästhetik davon haben, die aber natürlich vor allem unsere energetische Spielweise tragen. Dazu kommen Stücke, mit denen wir noch andere Farben von uns einbringen, beispielsweise aus unseren anderen Programmen. Auch aus dem „Sommernachtstraum“, da variieren wir.

Wie schafft man es, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Astor Piazzolla und Pink Floyd unter einen Hut zu bekommen? Macht ihr etwa keinen Unterschied zwischen E- und U-Musik (mit Augenzwinkern)?
Damit kommen wir darauf, dass „Transit“ eigentlich unser zentraler Begriff im Namen ist, denn wir beschäftigen uns mit den Übergängen und bleiben nicht innerhalb einer Schublade. Tja, „E“ sind wir irgendwo sowieso, weil wir die Sache auf eine Weise ernst nehmen, andererseits sind wir musikalisch gesehen natürlich pur „U“. Bis auf die Art vielleicht, wie wir mit dem jeweiligen Material umgehen. Woher das Material kommt, ist erstmal zweitrangig. Wir können es ja hier noch weiter fassen: Volkslieder sind eine zusätzliche, immens ergiebige Quelle. Nicht zu vergessen sind unsere eigenen Stücke. Wir bringen alles das in unserer musikalischen Welt zusammen, und das ist der Ort, wo es zu einer Einheit wird.

Info
Tango Transit, Frankfurt, Konzertsaal Bonifatiuskirche, 8. April, 20 Uhr, Eintritt: Vorverkauf 20 Euro/Abendkasse 23 Euro

Detlef Kinsler
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt.
Mehr von Detlef Kinsler >

Foto: Martin Wagner (Akkordeon), Hanns Höhn (Kontrabass) und Andreas Neubauer (Schlagzeug) © Sasha Rheker

Mehr Musik-News

Kalender