Foto: © hr/PhotoWerk, privat
Alte Oper Frankfurt

Mahler 5

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Das hr-Sinfonieorchester eröffnet die „Große Reihe“ mit Werken von Mahler und Beethoven. Tradition und Geschichte der Musik stehen im Mittelpunkt eines besonderen Konzertabends in der Alten Oper.

Sabine Maurer /

Mit der 5. Sinfonie von Gustav Mahler und dem 5. Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven eröffnet das hr-Sinfonieorchester unter der Leitung seines Chefdirigenten Alain Altinoglu seine „Große Reihe“ in der Alten Oper. Am Klavier spielt der 41-Jährige, aus dem Tessin stammende Francesco Piemontesi, er gilt als einer der herausragenden Pianisten unserer Zeit. Mit diesem Auftakt wird die lange Mahler-Tradition des Orchesters fortgesetzt, zudem passen die Frankfurter Konzertdaten bestens: Fast auf den Tag genau 120 Jahre zuvor war die 5. Sinfonie uraufgeführt worden, und zwar in Köln unter der Leitung des Komponisten.

Fortsetzung musikalischer Tradition und tragische Hintergründe der Werke

Allerdings überarbeitete Mahler 1911, dem Jahr seines Todes, die Instrumentierung noch einmal. Diese Fassung erschien jedoch erst 1964. Mittlerweile gilt dieses Werk als einer seiner beliebtesten Sinfonien, das war nicht immer so. Die Kritiken in den Jahren nach der Urauführungen waren fast alle niederschmetternd, Mahler selbst kommentierte frustriert: „Die Fünfte ist ein verfluchtes Werk. Niemand kapiert sie.“ Erst nach seinem Tod trat die 5. Sinfonie ihren Siegeszug an. Tragik liegt auch in der Geschichte des 5. Klavierkonzerts von Beethoven, bekannt als das „Kaiserkonzert“. Es ist das letzte vollendete Klavierkonzert des Meisters, er trat mit ihm nie öffentlich auf – Grund war wahrscheinliche seine zunehmende Schwerhörigkeit.

Gewidmet hatte er sein Anfang des 19. Jahrhunderts komponiertes Werk ebenso wie weitere Kompositionen dem Erzherzog Rudolf von Österreich, seinem Schüler und wichtigsten Förderer. Als Beethoven im Jahr 1809 mit der Komposition des 5. Klavierkonzerts begann, lebte er in unsicheren Zeiten: Napoleon Bonaparte stand mit seinen Truppen vor Wien, Erzherzog Rudolf musste die Stadt verlassen und stand dem Komponisten somit nicht mehr als Geldgeber zur Verfügung. Heraus kam ein Werk, das explosiv beginnt und immer wieder zwischen heroischen und friedlichen Momenten wechselt.

Sabine Maurer
Sabine Maurer
Die gebürtige Hessin studierte BWL, mit dem Diplom in der Tasche machte sie zunächst ein Volontariat und sich danach als Journalistin selbstständig. Seit Frühjahr 2024 für die Klassikseiten im JOURNAL verantwortlich.
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