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Editorial 3/25
Frankfurt braucht mehr Schönheit
Liegt Schönheit wirklich im Auge des Betrachters? Dieser Frage wollen wir in unserer neuen Reihe auf den Grund gehen. Außerdem gibt es in Frankfurt einige Ungereimtheiten. Welche das sind, erfahren Sie im aktuellen Heft.
Das Leben kann manchmal sehr kompliziert sein. Da möchte eine Britin den Frankfurter Weihnachtsmarkt besuchen, landet aber im 125 Kilometer entfernten Frankfurt-Hahn. Ein Taxifahrer hatte sich daraufhin bereit erklärt, die Dame nach Frankfurt (Innenstadt) zu fahren. Kostenpunkt: 350 Euro. Der Flug hatte die Touristin umgerechnet 18 Euro gekostet. Auch wenn der Flughafen im Hunsrück mittlerweile nur noch Hahn heißt, werben Airlines trotzdem mit der Nähe zur Großstadt. Wer sich dann nicht vorher informiert, wo dieses Hahn liegt, erlebt eine böse Überraschung.
Mal abgesehen von irreführender Werbung – manches ist wirklich verwirrend in unserer schönen Stadt. Unsere Autorin Meike Spanner hat für unsere Titelstory einige Ungereimtheiten gesammelt. Beispiel: Warum gehört Niederursel zu Frankfurt, Oberursel aber ist eigenständig? Warum haben einige Stadtteile andere Vorwahlen? Und wo ist
Eschenheim?
Frankfurt hat seine hässlichen Seiten, wie auch seine schönen
Ein viel zitierter Ausspruch lautet, dass die Schönheit im Auge des Betrachters oder der Betrachterin liegt. Aber ist das wirklich so, oder haben wir nicht ein kollektives Gespür für etwas, das wir als schön beziehungsweise hässlich erachten? Uns sind bisher keine Menschen begegnet, die vermüllte Ecken in der Stadt als Geschmacksache bezeichnen würden. Frankfurt hat seine hässlichen Seiten, wie auch seine schönen. Natürlich ist es unmöglich, das Unschöne aus der Stadt gänzlich zu eliminieren. Auch braucht es immer die Gegenseite, um die Schönheit als solche wahrnehmen zu können.
Zum Positiv braucht es auch immer das Negativ. Dennoch muss das Gewicht in dieser Stadt eindeutig in Richtung Schönheit verlagert werden. Derzeit geht sie uns zunehmend verloren. Wir brauchen in dieser Stadt mehr Schönheit, da sie es ist, die diese Stadt lebenswert macht – und uns zuversichtlicher, in einer Welt leben zu können, die sich schön gestalten lässt. Damit wären wir auch gleich beim Handeln. Es liegt nämlich an uns, diese Stadt (schön) zu gestalten.
Nach unserer Reihe „Demokratie gestalten“ wollen Frank Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, und ich eine neue Debatte mit der Reihe „Frankfurt braucht mehr Schönheit“ anstoßen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hier soll es nicht allein um Äußerlichkeiten gehen. Schönheit bildet sich auch im Umgang miteinander ab, in der Sprache, in kleinen Gesten und großen Aktionen. Es wird um Verkehrspolitik, den Einzelhandel und den Städtebau gehen. In den kommenden Ausgaben erwartet Sie eine Reihe von Gastbeiträgen zum Thema Schönheit. Den ersten Teil finden Sie in der März-Ausgabe.
Mal abgesehen von irreführender Werbung – manches ist wirklich verwirrend in unserer schönen Stadt. Unsere Autorin Meike Spanner hat für unsere Titelstory einige Ungereimtheiten gesammelt. Beispiel: Warum gehört Niederursel zu Frankfurt, Oberursel aber ist eigenständig? Warum haben einige Stadtteile andere Vorwahlen? Und wo ist
Eschenheim?
Ein viel zitierter Ausspruch lautet, dass die Schönheit im Auge des Betrachters oder der Betrachterin liegt. Aber ist das wirklich so, oder haben wir nicht ein kollektives Gespür für etwas, das wir als schön beziehungsweise hässlich erachten? Uns sind bisher keine Menschen begegnet, die vermüllte Ecken in der Stadt als Geschmacksache bezeichnen würden. Frankfurt hat seine hässlichen Seiten, wie auch seine schönen. Natürlich ist es unmöglich, das Unschöne aus der Stadt gänzlich zu eliminieren. Auch braucht es immer die Gegenseite, um die Schönheit als solche wahrnehmen zu können.
Zum Positiv braucht es auch immer das Negativ. Dennoch muss das Gewicht in dieser Stadt eindeutig in Richtung Schönheit verlagert werden. Derzeit geht sie uns zunehmend verloren. Wir brauchen in dieser Stadt mehr Schönheit, da sie es ist, die diese Stadt lebenswert macht – und uns zuversichtlicher, in einer Welt leben zu können, die sich schön gestalten lässt. Damit wären wir auch gleich beim Handeln. Es liegt nämlich an uns, diese Stadt (schön) zu gestalten.
Nach unserer Reihe „Demokratie gestalten“ wollen Frank Dievernich, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft, und ich eine neue Debatte mit der Reihe „Frankfurt braucht mehr Schönheit“ anstoßen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Hier soll es nicht allein um Äußerlichkeiten gehen. Schönheit bildet sich auch im Umgang miteinander ab, in der Sprache, in kleinen Gesten und großen Aktionen. Es wird um Verkehrspolitik, den Einzelhandel und den Städtebau gehen. In den kommenden Ausgaben erwartet Sie eine Reihe von Gastbeiträgen zum Thema Schönheit. Den ersten Teil finden Sie in der März-Ausgabe.
25. Februar 2025, 13.15 Uhr
Jasmin Schülke

Jasmin Schülke
Studium der Publizistik und Kunstgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Oktober 2021 Chefredakteurin beim Journal Frankfurt. Mehr von Jasmin
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100 Jahre ist es her, dass sich die Stadt Frankfurt aus der Not heraus städtebaulich neu erfand. Mittlerweile hat sich die Wohnungsfrage weiterentwickelt. Andere Kriterien spielen eine Rolle.
Text: Jasmin Schülke / Foto: © Greg Dobrzycki

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28. März 2025
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